Theater mit Flair – Berliner Stage Theater des Westens

Das Berliner Stage Theater des Westens an der Kantstraße nahe dem Zoologischen Garten gilt als eines der renommiertesten und schönsten Theaterhäuser in Deutschland. Das Haus blickt auf eine bewegte Geschichte zurück – große Namen sind dort bereits aufgetreten.

Heute bietet das aufwändig renovierte Gründerzeitgebäude nicht nur eine Bühne für Musical-Shows wie „Tanz der Vampire“ oder „Der Schuh des Manitu“, sondern auch für verschiedene Veranstaltungen. Das Haus, in dem seit Ende vergangenen Jahres und noch bis Anfang Oktober das Musical „Ghost“ - eine Koproduktion mit dem Theater Linz - gezeigt wird, wird vom Betreiber, der niederländischen Stage Entertainment, neben dem Musicalbetrieb für besondere Events vermarktet. Die Kunden können auf einer Fläche von 1.673 Quadratmeter eine unnachahmliche Atmosphäre genießen – die mit Plüsch und Pomp ausgestatteten Räumlichkeiten eignen sich perfekt als Background für unterschiedliche Events. So findet beispielsweise am 19. November im Stage Theater des Westens die große Gala „Künstler gegen Aids“ der Berliner Aids-Hilfe statt.

Der Spiegelsaal des Theaters lässt sich beispielsweise für Empfänge nutzen und bietet bis zu 600 stehenden Personen Platz. Ein Dinner ist dort für bis zu 150 Personen möglich.
Herzstück des Theaters, das 1895/1896 von Bernhard Sehring im Stil des wilhelminischen Historismus errichtet wurde, ist der 1.200 Quadratmeter große Theatersaal, der für Veranstaltungen bis zu 1.600 Personen ausgelegt ist. Zudem bieten mehrere Foyers ein variables Platzangebot. Das Foyer im zweiten Rang etwa eignet sich für Anlässe mit bis zu 200 Gästen. Anfang der Dreißiger Jahre war Friedrich Hollaenders Tingel-Tangel-Theater ins Souterrain eingezogen. In dieser Zeit gingen in der Kantstraße prominente Größen wie Curt Bois, Bertolt Brecht, Erich Mühsam, Marlene Dietrich, Theo Lingen, Kurt Gerron, Trude Berliner, Rosa Valetti und andere mehr ein und aus.

Nach dem Krieg hatte dann 1961 die Musical-Ära im Theater des Westens mit der Aufführung von Frederick Loewes Musical „My Fair Lady“ begonnen. Ende der siebziger und in den achtziger Jahren wurde das Gebäude in mehreren Abschnitten saniert und modernisiert. 1988 hatte Götz Friedrich mit „Porgy and Bess“ die erste Neuproduktion einer „all black opera“ in Europa inszeniert und einen sensationellen Welterfolg gefeiert. Damals zählte das Theater des Westens zu den modernsten Musicalbühnen in Europas und verfügte über raffinierte technische Einrichtungen und Erfindungen.

Das renommierte Theater arbeitete beispielsweise mit den Berliner Festwochen, den Internationalen Filmfestspielen, dem RIAS oder der Deutschen Oper Berlin und auch mit allen Botschaften in Berlin zusammen. Gerade auch für klassische Konzerte eignet sich die Akustik im Theatersaal hervorragend.
Im Herbst des Jahres 2002 hatte der Berliner Senat schließlich beschlossen, das Theater an den niederländischen Konzern Stage Entertainment zu veräußern. 2011 wurde das Theater dann schließlich in Stage Theater des Westens umbenannt. Unter der Ägide des neuen Hausherren werden im Stage Theater des Westens Shows gezeigt, die dort einige Monate laufen und von dort aus in andere Städte und Märkte gehen, neben Spielstätten in Deutschland etwa unter anderem auch in die Schweiz oder nach Österreich.

Im Stage Theater des Westens, seit 1898 ein Ort für die leichte Muse, befinden sich insgesamt sechs Bars, die sich in jede Veranstaltung je nach Bedarf integrieren lassen.Für Workshops steht die Probebühne mit Tanzboden und Spiegeln zur Verfügung. Sie ist ausgestattet mit moderner Licht- und Tontechnik. Je nach Bedarf lässt sich die Veranstaltungstechnik im Haus auf die Wünsche der Kunden einrichten beziehungsweise auch Equipment hinzu mieten. Moderne Sound- und Light-Systeme stehen im Haus ebenso zur Verfügung wie 375 Dimmer und eine Beleuchterbrücke. Das Bühnenhaus, ein zinnenbekrönter Backsteinbau mit Erkern, Giebeln, Türmchen und reichlich Fachwerk erinnert an die mittelalterliche Burg Eltz. Die Bühne des Theaters ist zwanzig Meter breit, und zusammen mit der Vor- und Hinterbühne insgesamt 24,5 Meter tief. Die Obermaschinerie ist mit 24 Elektrowinden und 33 Handkonterzügen ausgerüstet.

Das Musicalunternehmen Stage Entertainment hat inzwischen mehr als zwanzig Shows im Portfolio, jedes Jahr kommen neue hinzu. In Berlin, Hamburg, Oberhausen und an den weiteren Stage-Standorten in Deutschland werden wichtige Impulse für die Kreativwirtschaft gesetzt, denn nicht selten arbeiten renommierte Komponisten, Autoren, Bühnenbildner oder Choreographen Hand in Hand mit lokalen Kreativteams.


Diesen Beitrag können Sie übrigens auch in unserer pma-Ausgabe 6/18 nachlesen!