Technik von Lawo bei der Biathlon-WM in Ruhpolding im Einsatz

Der Schuss fällt. Die Scheibe auch. Der Jubel brandet auf. Jeder Treffer wird vom Publikum frenetisch gefeiert. Dann geht es für Magdalena Neuner in die letzte Runde des Sprintwettbewerbs, den sie auf dem ersten Platz beenden wird. Die Biathlon-WM ist für sie nicht nur die Abschiedsvorstellung, sondern auch mit einem Versprechen verbunden ...

Der Schuss fällt. Die Scheibe auch. Der Jubel brandet auf. Jeder Treffer wird vom Publikum frenetisch gefeiert. Dann geht es für Magdalena Neuner in die letzte Runde des Sprintwettbewerbs, den sie auf dem ersten Platz beenden wird. Die Biathlon-WM ist für sie nicht nur die Abschiedsvorstellung, sondern auch mit einem Versprechen verbunden. Sechs Medaillen will sie erobern und ist mit einem kompletten Satz, also Gold, Silber und Bronze, zur Halbzeit voll im Soll. Für die Liveübertragung aus Ruhpolding ist das ZDF federführend und stellt mit dem MP4 und dem MP5 zwei Ü-Wagen, der BR ist mit dem FÜ HD1 vor Ort. Für den Ton bei diesem wichtigen Sportevent verlassen sich sowohl das ZDF als auch der BR auf Technik von Lawo. Die Biathlon-WM in Ruhpolding ist eine Gemeinschaftsproduktion von ARD und ZDF, wobei das ZDF dieses Mal die Leitung hat und mit zwei Ü-Wagen die internationale Signalerstellung übernimmt. Als Hostbroadcaster hat das ZDF nicht nur die Verantwortung für das internationale Signal, sondern auch für dessen Verteilung und die Betreuung der unilateralen Sendeanstalten und Rechteinhaber. Für diese Aufgaben wurde ein zentraler Schaltraum (Master Control Room – MCR) eingerichtet, der mit Komponenten der mobilen Produktionseinheit (MPE) von ARD und ZDF bestückt ist. Als zentraler Router für den Ton kommt eine Lawo Nova73 HD zum Einsatz. Das internationale Signal wird in der Regie des MP4 erstellt, der MP5 ist dazugeschaltet, um die insgesamt 39 Kamerasignale und den dazugehörigen Ton beherrschen zu können. „Das Regiekonzept eines Sportevents in dieser Größenordnung stellt auch höchste Anforderungen an die Audioumsetzung, denn neben einer ausgeklügelten und zuverlässigen Kommandoinfrastruktur ist das Klangbild maßgebend für das Zuschauererlebnis zu Hause“, erläutert Florian Rathgeber, technischer Leiter für die globalen Bild- und Tonsignale. Alleine im MP4 sind zwei mc²66-Pulte mit an Bord, ein größeres Modell mit 56 Fadern und 288 DSP-Kanälen und ein kleineres mit 32 Fadern und 240 DSP-Kanälen. Seit Dezember 2010 produziert das ZDF im jährlichen Wechsel mit der ARD regelmäßig die Übertragungen vom Biathlon-Weltcup mit diesen Ü-Wagen. Darüber hinaus galt es nun, den MP4 mit internationaler Bild- und Tonregie mit dem MP5 mit zweiter Tonregie für Submix, Bildtechnik für die Kamerakontrolle und weiteren EVS-Arbeitsplätzen sowie dem MCR und dem BR FÜ HD1 zu verschalten. Der Signalaustausch zwischen allen Gewerken wurde über MADI realisiert. Dabei kamen Glasfaserkabel mit bis zu 1,2 Kilometer Kabelweg pro Strecke zum Einsatz. Die Lawo-Stageboxen und die Mikrofone mussten wetterfest gemacht und gut geschützt werden. Auf die Vorteile der mc²66-Pulte angesprochen hebt Heiko Bulirsch, der verantwortliche Toningenieur des ZDF, die Betriebssicherheit, den Bedienkomfort und die Audio-Follow-Video-Funktion der digitalen Lawo-Mischpulte hervor: „Jede der 39 Kameras wird mit dem zugehörigen vierkanaligen Ton embedded, auch der interne Feed für das Replay von der EVS-Maschine hat den passenden Ton.“ Das sei insbesondere beim sogenannten Schießtrick von Bedeutung, bei der in linken Bildhälfte der Schütze, in der rechten Bildhälfte die zu treffende Scheibe  zu sehen ist. Der BR ist mit seinem FÜ1HD für das nationale Signal von ARD und ZDF verantwortlich, dafür werden zusätzlich elf Kameras eingesetzt, darunter zwei Hotheads und ein RemoteHead. Von einem BR-Team wurden insgesamt 40 Kilometer Kamera-, Ton- und Kommunikationskabel verlegt. Das mc²66-Pult im FÜ1 HD ist für den Zwei-Mann-Betrieb ausgelegt und verfügt über 56 Fader in einem 32-8-16-Frame sowie 336 DSP-Kanäle. Der HD-Core mit integrierter Audiokreuzschiene ist mit drei AES-Karten für BNC und Sub-D bestückt und bietet eine Routingkapazität von 8.000 x 8.000 Koppelpunkten. Insgesamt besitzt der FÜ1 HD zwölf DALLIS-I/O-Systeme von Lawo, die alle redundant an den HD-Core angebunden sind. Drei dieser DALLIS-Träger werden als Stageboxen eingesetzt, an sie können bis zu 80 Mikrofone angeschlossen werden. „Große Sportereignisse erfordern eine große Anzahl an Eingangskanälen, da mehrere Events zeitgleich bearbeitet werden müssen, zum Beispiel wird neben der Sendung ein Interview aufgezeichnet. Unter anderem deswegen ist das mc²66 im FÜ1 HD für den Betrieb mit zwei Toningenieuren vorkonfiguriert“, erläuterte Jürgen Becker, Produktionsingenieur Audio in der Außenübertragung beim BR.

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