pma Basics: Die richtige Auswahl des PA-Systems

Bei dem übergroßen und weit gefächerten Angebot an PA-Systemen ist es oft schwer zu erkennen, welches davon zu welchen Anforderungen passt. Gerade aufstrebende Bands tun sich schwer in diesem Dschungel aus schwarzen Kisten zu navigieren und wenden sich (hoffentlich) an die Fachleute. Aber was soll man empfehlen? Diese Frage haben wir in dieser Ausgabe der pma Basics aufgegriffen, zusammen mit einigen Grundlagen der Beschallungstechnik.

In den letzten Jahren haben sich PA-Systeme erheblich durch den verstärkten Einsatz der digitalen Technik und neuen Materialien, beispielsweise Neodymium, weiterentwickelt. Das Ziel ist dennoch immer gleich geblieben: eine klanglich optimale und möglichst naturgetreue Wiedergabe von Musik für größere Menschenmengen – innen sowie außen. Die Konkurrenz der Hersteller von PA-Systemen ist groß und hat der Branche bereits eine Vielfalt an Systemen beschert, die fast unüberschaubar geworden ist. Das viele Watt nicht immer gleich ein gutes Ergebnis bedeuten müssen, möchten wir mit unseren pma Basics etwas auflösen und gleichzeitig Entscheidungshilfen und Tipps bei der Wahl eines passenden PA-Systems liefern. Mieten oder kaufen?

Selbst wenn die Rechnung, dass eine eigene PA sich durch die eingesparten Leihgebühren schnell amortisiert hat, verlockend klingt, sollte man in einem Gespräch unbedingt die folgenden Punkte im Vorfeld auf jeden Fall bedenken und abklären:

  • Wer transportiert das gesamte System und werden durch den Transport eventuell zusätzliche Leihwagengebühren fällig?
  • Existiert in der Band das Know-How und die Bereitschaft zur Übernahme der ständigen Überprüfung und Wartung der Komponenten und der Verkabelung?
  • Ist die Band bereit, die zusätzliche Arbeitsleistung für Auf- und Abbau des Systems vor und nach jeder Show zu übernehmen oder werden eventuell Kosten für Roadies verursacht?
  • Wer bedient das System, während die Band auf der Bühne steht? Die Kosten für einen guten Live-Mischer, der optimaler Weise das Programm kennen sollte, müssen mit einkalkuliert werden.
  • Wie oft spielt die Band tatsächlich Auftritte, bei denen sie verpflichtet ist, die PA- und eventuell sogar die Licht-Anlage zustellen?
  • Ist der Band bewusst, was alles zu einem kompletten PA-System gehört und wieviel dieser Kleinkram kostet? Mikrofone, DI-Boxen, Stative, Effektgeräte, Mischpult, Stagebox, Multicore und diverse andere Kabel, et cetera.
  • Wie groß muss das System dimensioniert sein, um die durchschnittliche Auftrittsort-Größe ohne Probleme beschallen zu können?

Im Idealfall wird eine Check-Liste erstellt, in der beide Szenarien bewertet und direkt gegenübergestellt werden – also eine eigene PA gegenüber einem Leih-System. Es passiert nicht selten, dass das Leih-System in diesem Wettstreit schnell die Nase vorne hat – vor allem wenn die Band mit dem PA-Verleiher einen Rahmenvertrag abschließt. Dabei ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil, dass der mitgemietete Mischer mit seinem Equipment bereits bestens vertraut ist. Nach einem anstrengenden Auftritt, bei dem man alles gegeben hat, dann noch neben der Backline zusätzlich das Sound-System abbauen und verladen zu müssen, ist nicht jedermanns Sache.

Aus den Kinderschuhen herausgewachsen

Angenommen, die Band hat sich dann trotzdem für ein eigenes PA-System entscheiden – dann steht sie nun vor der Qual der Wahl. PA-Anlagen gibt es inzwischen in allen Variationen, von der kleinsten Kompakt-PA bis zum prozessorgesteuerten Mutli-Array-System. Der Musikstil ist entscheidend für die Größe und Stärke des Systems, ebenso die Größe der Band und die am häufigsten gespielte Auftrittsorte. Besteht die Band beispielsweise nur aus akustischen Instrumenten und die Auftritte finden meist in Straßencafés, Nebenzimmern oder Hotel-Lobbys auf, wird vermutlich ein Kompakt-PA-System vollkommen ausreichen – genauso, wenn man als DJ unterwegs ist. Diese Systeme lassen sich einfach durch den Kauf eines zweiten, baugleichen Systems und/oder eines aktiven Subwoofers erweitern. Kompakt-PA-Systeme sind schon seit einiger Zeit den Kinderschuhen entwachsen und absolut hochwertig. Gerade in diesem Bereich macht die Anschaffung einer eigenen PA am meisten Sinn, da moderne Systeme meist alle Einzelkomponenten kompakt in einem Gehäuse arrangiert haben, so dass sie sich wegen des geringen Gewichts leicht transportieren lassen. In dieser PA-Klasse findet man sehr viele Neuentwicklungen, wie beispielsweise das Anti-Resonance Bracing (ARB) und die Multicell Transformer (MCT) Technologie von HK Audio, welche den Wirkungsgrad der Lautsprecher wesentlich verbessern und die geringen Abmessungen erst ermöglichen.

Ein ordentliches Bühnenbild

Ein weiterer und sehr beliebter Vertreter der Kategorie Kompakt-PA-Systeme sind die Säulen-PA-Systeme, bei denen eine Vielzahl von kleinen, vertikal phasengleich angeordneten Lautsprechern den Mitten- und Höhenbereich wiedergeben.

Statt dem klassischen Ferrit wird Neodym verwendet, was den kleinen Lautsprechern die hohe Leistungsfähigkeit bei geringen Abmesungen ermöglicht. Dabei gleicht die höhere Anzahl der Lautsprecher den Membranflächenverlust wieder aus.

Zusätzliche Vorteile der Säulen-PA-Systeme sind der vertikal erweiterte Abstrahlwinkel und die verbesserte Optik, da die dünnen Säulen links und rechts am Bühnenrand kaum sichtbar sind.

Aktiv oder passiv in der Mittelklasse

Eine Rock- oder Metal-Band, die in Clubs oder Hallen auftritt, kommt mit den Kompakt-PA-Systemen wohl kaum aus – die höheren Anforderungen an Reichweite und Lautstärke erfordern PA-Systeme der Mittelklasse, welche meist aus Zwei- oder Drei-Weg-Systemen bestehen. Dabei hat jeder Weg seine eigenen Verstärker und Lautsprecher. Man unterscheidet diese Systeme grundsätzlich nach aktiv und passiv. Die Verstärker bei aktiven Lautsprechersystemen sind mit allen DSP-Schutzschaltungen direkt in das Lautsprechergehäuse eingebaut, handelt es sich um Lautsprecher für den Tieftonbereich, auch Subwoofer genannt, ist oft auch eine Frequenzweiche mit integriert. Diese lässt nur den unteren Frequenzbereich an den Verstärker durch und den oberen an einen meist als XLR-Buchse ausgelegten Signalausgang, an welchen dann die Mittel- und Hochton-Lautsprecher angeschlossen werden. Die Frequenz, bei der diese Splittung des gesamten Frequenzbereichs vorgenommen wird und die sich aus dem Frequenzbereich des Tiefton-Lautsprechers ergibt, wird allgemein als Trennfrequenz bezeichnet.

Dagegen bestehen passive Lautsprecher-Systemen hingegen lediglich aus den eigentlichen Lautsprechern, wobei die gesamte Signalaufbereitung und Verstärkung extern von Geräten wie Mehrweg-Frequenzweichen, DSP-Prozessoren und Endstufen (auch Power Amps genannt) vorgenommen wird. Aktive und passive Lautsprecherboxen lassen sich äußerlich leicht an ihren Anschlüssen erkennen:
Aktive Systeme haben eine Buchse zum Anschluss eines Netzkabels zur Stromversorgung und fast ausschließlich XLR-Buchsen zum Anschluss und zur Weiterleitung des Audiosignals. Passive Systeme benötigen keinen Stromanschluss und haben meistens Speakon-Buchsen zum Anschluss und zur Weiterleitung des wesentlich stärkeren Lautsprechersignals der Endstufe.

Und auch wenn sich der Trend derzeit zu Gunsten der aktiven Lautsprechersysteme entwickelt, so haben beide Systemarten ihre Vor- und Nachteile, welche je nach Anwendung im Einzelfall abgewogen werden sollten. Generell betrachtet sind aktive Systeme leichter zu bedienen, da die Einstellung und Verkabelung der externen Frequenzweichen, DSP-Prozessoren und Endstufen entfällt und stattdessen nur ein Mikrofonkabel vom Master-Out des Mischpults zur ersten Lautsprecherbox zu ziehen ist. Kennt man sich allerdings mit der Technik aus, hat man oft die passiven Systeme lieber, weil diese flexibler sind und sich einzelne Komponenten leicht austauschen lassen.

Geeignet für Großraum-Beschallung

Der große Vorteil von Line-Array-Systemen, bei denen mehrere, gleichartige Lautsprechereinheiten zu einem großen Lautsprecher zusammengeschlossen werden, liegt in ihrer Skalierbarkeit und der Reichweitenoptimierung. Je nach Raumgröße und benötigtem Schalldruck werden die Systeme individuell zusammengestellt und montiert. Auch in diesem PA-Bereich gibt es aktive und passive Systeme, deren Elektronik und Endstufen in separaten 19-Zoll-Racks untergebracht sind. Da Array-Systeme meist nur für PA-Verleiher, die sich auf Großveranstaltungen spezialisiert haben oder für die Beschallung großer Konzerthallen relevant sind, werden wir hier nicht näher darauf eingehen. Es ist jedoch ein Trend zu kleineren Array-Systemen festzustellen, die durchaus für Bands, die oft in größeren Hallen spielen, eine interessante Alternative zu herkömmlichen PA-Systemen darstellen.

...nur so stark, wie das schwächste Glied!

Ein PA-System ist das klassische Beispiel für das Motto „Jede Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied“. Was beispielsweise die Mikrofone an Klangfülle nicht erfassen, können die Lautsprecher auch nicht wiedergeben. Aus diesem Grund sollte man bei der Planung der PA darauf achten, dass die Komponenten möglichst gleicher Qualitätsstufe miteinander kombiniert und die Qualitätsansprüche dem zur Verfügung stehenden Budget angepasst werden. Es ist eher sinnlos, wenn man auf der Bühne Spitzen-Mikrofone zur Abnahme einsetzt, wenn das restliche Budget nur noch für schwache Low-Budget-Lautsprecher ausreicht. Arbeitet man mit einem PA-Verleih zusammen, ist es dann die Sache der Verleihfirma auch die Mikrofone und DI-Boxen zu stellen.

Ein wichtiges Instrument hierzu ist der Technical Rider, ein Dokument, das dem PA-Verleiher alle notwendigen Informationen über das Bühnen-Setup der Band liefert und das auch auf keiner Band-Website fehlen sollte. Will der Musiker jedoch sicher sein, dass der eigene High-Quality-Sound wirklich ungetrübt im PA-System ankommt, kümmert er sich am besten selbst um eine geeignete Mikrofon- oder DI-Lösung. Da sich Live-Bedingungen erheblich von dem Umfeld in einem Tonstudio unterscheiden, kommen für die meisten Bereiche auch andere Mikrofone als im Studio zum Einsatz. Während im Studio zum Beispiel für den Gesang empfindliche Großmembran-Kondensator-Mikrofone eingesetzt werden, sind für den rauen Live-Einsatz dynamische Mikrofone wie der Klassiker Shure SM58 besser geeignet. Da Kondensator-Mikrofone meist eine bessere Auflösung in den Höhen haben, gibt es diese auch für den Live-Einsatz, aber Vorsicht: Kondensator-Mikrofone benötigen eine Betriebsspannung! Diese kann, wenn es das Mischpult beziehungsweise die Stagebox vorsieht, über die 48V-Phantomspeisung erfolgen oder über eine Batterie im Mikrofon-Schaft. Verwendet man eine Wireless-Lösung mit einem Sender im Mikrofon, kann eine Kondensator-Kapsel problemlos eingesetzt werden, da ja für den Sender auch eine Betriebsspannung benötigt wird.

Der Mixer als Schmelztiegel

Eine weitere wichtige Komponente einer Beschallungsanlage: der Mixer. Hier laufen alle Audiosignale zusammen, werden in Lautstärke und Klang angepasst, mit Effekten veredelt und dann an die Endstufen zur Verstärkung und Wiedergabe durch die Lautsprecher gesendet. Kleinere Bands, die meist keinen separaten Tontechniker haben, positionieren den Mixer direkt auf oder neben der Bühne, um gegebenenfalls während des Auftritts schnell selbst etwas nachregeln zu können. Der Vorteil ist, dass keine Stagebox und kein Multicore-Kabel benötigt werden. Der Nachteil wiederum ist, dass durch die schlechte Abhörposition, der Klang der FOH-Lautsprecher nicht beurteilt werden kann und eventuell nachgeregelt werden muss. Hier muss während des Soundchecks besonders sorgfältig gearbeitet werden, so dass lediglich eine nachträgliche Anpassung der Kanal-Lautstärken von Nöten ist. Besonders vorteilhaft sind in diesem PA-Bereich Mixer der neuen Generation, bei denen sich alle Einstellungen kabellos und bequem von einem Tablet steuern lassen und während des Auftritts an einem Mikrofonstativ befestigt werden können. Als Beispiel könnte man den M18 von RCF heranziehen.

Wird zum Beispiel auch das Schlagzeug abgenommen und kommt eine PA mittlerer Größe zum Einsatz, empfiehlt sich meist der Einsatz eines größeren Mischpultes, welches zusammen mit dem Tontechniker möglichst in einem gleichschenkligen Dreieck vor den FOH-Lautsprechern und etwas erhöht positioniert werden sollte, so dass der Tontechniker immer freie Sicht auf die Lautsprecher hat. Der Tontechniker kann nur so gut sein, wie es seine Abhörposition erlaubt. Sitzt er beispielsweise abgeschirmt hinter mehreren Reihen eines stehenden Publikums, wird der Mix garantiert zu höhenlastig ausfallen.
Bezüglich der Kanalanzahl gilt: Je mehr, desto besser. Es schadet auf keinen Fall, immer ein paar Kanäle auf Reserve zu haben, denn es kann ja durchaus mal ein Kanal ausfallen oder es tauchen unerwartet zusätzliche Mikrofonanforderungen auf. Wird beispielsweise mit einer zweiten Band zusammen gespielt und ein analoges Mischpult eingesetzt, ist es von Vorteil, wenn das Pult einfach gesplittet werden kann – dadurch gehen die im Soundcheck erarbeiteten Settings nicht verloren. Wird ein digitales Mischpult eingesetzt, bei dem sich alle Pulteinstellungen als Szene abspeichern lassen, geht der Changeover noch schneller und einfacher. Man sollte beim Kauf eines Mischpultes darauf achten, dass die Anzahl der AUX-Wege für die eigenen Ansprüche an den Monitor-Mix ausreicht, wobei jeder AUX-Weg als eigener Monitor-Weg oder als Effektweg genutzt werden kann.

Die richtige Effektwahl

Ein paar Effekte gehören zur Grundausstattung und sollten wirklich in jedem Side-Rack oder Digitalmischpult vorhanden sein. Dazu gehören Kompressoren für die Vocal-Kanäle, die einfach in den Insert des jeweiligen Mixer-Kanals eingeschleift werden und die Dynamik etwas einschränken. Leise Passagen werden dadurch etwas lauter und laute Gesangsteile etwas leiser. Dies ist besonders wichtig, wenn der Sänger nicht mit dem Mikrofonabstand arbeitet, um Lautstärkenunterschiede in der Stimme auszugleichen. Damit das Schlagzeug nicht alle Instrumente durch unkontrolliertes Dröhnen zudeckt, sollte für jedes Mikrofon, das einen Kessel abnimmt (also Bass-Drum, Hänge- und Stand-Toms), unbedingt ein Gate vorhanden sein. Das Gate stellt man am besten so ein, dass es schnell voll öffnet, dann aber auch relativ schnell wieder schließt, um das Dröhnen abzuschneiden.

Aber Vorsicht: Die Öffnungszeit nicht zu kurz wählen! Das Tom sollte zumindest in der Lage sein, seinen Klang zu entwickeln. Die üblichen zwei Overhead-Mikrofone, die hauptsächlich die Becken unterstützen und zum Gesamtsound des Schlagzeugs beitragen brauchen normalerweise kein Gate.

Sollte der Mixer nicht über eingebaute Effektprogramme verfügen, wäre es sinnvoll, zumindest einen Multieffekt-Prozessor im Rack zu haben, um den Vocals mit etwas Hall oder Delay unter die Arme greifen zu können. Damit der Effekt allen Kanälen zur Verfügung steht, wird am besten der vorgesehene Effekt- oder der AUX-Weg des Mixers zum Anschluss des Multieffektgerätes genutzt. Um das Summensignal des Mixers klanglich den jeweiligen Raumverhältnissen anzupassen, wäre auch zum Beispiel ein 2 x 31 Band grafischer Equalizer eine gute Ergänzung des Side-Racks, da man eventuelle Einstellungen sofort auch optisch sieht und nicht vergisst, dass die ja noch vom letzten Auftritt übrig geblieben sind. Dieser sollte in den Insert-Weg der beiden Master-Ausgänge eingeschleift werden. Die beiden Master-Outs L&R sowie die AUX-Sends der Monitor-Wege werden dann über das Multicore-Kabel wieder zur Bühne zurückgeschickt und stehen dort an der Stagebox zum Anschluss der Endstufen beziehungsweise der aktiven Lautsprecher zur Verfügung.

Tipps und Tricks

Bei der Stromverteilung sollte Licht- und Ton-Strom strikt getrennt gehalten werden, um unerwünschte Nebengeräusche durch Einstreuungen zu vermeiden. Am besten wäre ein eigener, durch eine eigene Hauptsicherung abgesicherter, Stromkreis. Zusätzlich gibt es für die Stromversorgung von 19-Zoll-Racks intelligente Mehrfachsteckdosen, auch Power Conditioner genannt, die eventuelle Störungen und Überspannungen in der Stromversorgung weitgehend herausfiltern. Beim Verlegen der Kabel solltet auch darauf geachtet werden, dass Kabel für die Stromversorgung einen möglichst großen Abstand zu signalführenden Audiokabeln haben. Wenn dennoch ein Netzbrummen von 50 oder 60 Hertz auf dem System ist, sollte man niemals versuchen, die Erdungen/Schutzleiter der Netzkabel abzukleben. Dies führt zwar manchmal zum gewünschten Ergebnis, ist jedoch lebensgefährlich für die Musiker! Mit so genannten Trennüberträgern, wie beispielsweise dem Palmer PLI-01, kann experimentiert und herausgefunden werden wie man diese in das Brummen verursachende Signalleitung einschleift. Der Trick dabei ist einfach: diese Leitung wird physikalisch unterbrochen, was die Brummschleife beseitigt und das Signal trotzdem durch einen Trenntransformator übertragen wird.

Ein weiterer Praxis-Tipp hilft dabei, beim Kabelgewirr den Überblick zu behalten. Beid er Verwendung von Steckverbindungen hat man sich auf bestimmte Standards geeinigt. Der wichtigste davon betrifft alle XLR-Steckverbindungen, wie bei Mikrofonkabeln. Ganz gleich, ob als Kabel oder als Buchse in einem Gerät montiert, es gilt die Regel: Alle Ausgänge sind als Male mit sichtbaren Kontaktstiften ausgeführt und alle Eingänge als Female mit den Löchern für die Kontaktstifte. Alle schwarzen Speakon-Steckverbindungen/-Buchsen dienen dem Anschluss von Lautsprecherkabeln, wogegen alle blauen, ähnlich aussehenden, Powercon-Anschlüsse den verriegelbaren Netzkabeln für die Stromversorgung vorbehalten sind.

Abschließend noch ein kleiner Hinweis: Es ist nie verkehrt, von jedem Kabel-Typ ein bis zwei Ersatzkabel im Koffer zu haben. Auch sollten möglichst gut abgeschirmte Kabel verwendet werden. Es ist darauf zu achten, dass beide Teile der Steckverbindungen möglichst von einem Hersteller sind, um Fertigungstoleranzen als Fehlerquelle ausschließen zu können.

Dieser Beitrag ist übrigens auch in unserer pma-Ausgabe 05/18 nachzulesen!