THE ONE Grand Show - im Friedrichstadt-Palast

Noch bis 2018 soll die aktuelle Show „THE ONE Grand Show“ im Friedrichstadt-Palast laufen. Die spektakuläre und technisch wie gewohnt aufwändige Show hat bereits nach drei Monaten die rund elf Millionen Euro an Produktionskosten wieder eingespielt. Allein die Herstellung der rund 500 Kostüme nach den Entwürfen des Pariser Modeschöpfers Jean Paul Gaultier hat rund 1,5 Millionen Euro gekostet.

Inhaltlich wie technisch haben die Showmacher an der Friedrichstraße auch diesmal wieder nichts dem Zufall überlassen. „Wir werden von mal zu mal größer und besser“, unterstreicht der Technische Leiter des Palastes, Franz-Josef Münzebrock. Mehr als 100 Künstler aus 26 Nationen wirken an dem Megaspektakel mit – einem bunten und schrillen Reigen, der mal munter, mal melancholisch, rockig wie romantisch, temperamentvoll oder träumerisch daherkommt, eine Hommage an die Vielfalt und laut Intendant Berndt Schmidt in diesen Zeiten vor allem ein Bekenntnis zu Freiheit und Offenheit. Regisseur Roland Welke setzt in der neuen Grand Show auf eine verschwenderische Opulenz und lieferte eine extravagante Inszenierung ab, die bis jetzt viel Lob und Bewunderung einheimste – eine „revolutionäre Show“, jubelte die Presse.

Lichtdesigner Peter Morse zaubert einen einzigen Farbenrausch, glutroten Gestalten oder neonfarbenen Fächern und sorgt für ruhige, schattige, märchenhafte Lichtstimmungen, wie man sie sonst eher von klassischem Theaterlicht gewohnt ist.

Olaf Eichler, Head of Light Departments Friedrichstadt-Palast, zeigt sich sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit mit Peter Morse: „Das lief alles problemlos und hat uns sehr viel Spaß gemacht und begeistert.“

Peter Morse kann dank nahezu täglicher Skype-Konferenzen zwischen ihm und Andreas Stübler (Assistenz Lichtdesign, Stellv. Head of Department) seine Besuche vor Ort auf das notwendige Minimum beschränken. „Wir haben dann die am Tage aus den Meetings resultierenden Ergebnisse und Änderungen abends mit Peter in Kalifornien besprochen“, erläuterte Eichler. Das Showfile wurde von Birger Krause erstellt, das Licht programmierten Benny Kirkham und Gertjan Houben. Für das Videodesign sorgte Marc Vidal und Martin Wagner erledigte die Videoprogrammierung.

Im Friedrichstadt-Palast arbeitet Peter Morse mit dem Gerätepool aus vorhergehenden Shows. Zusätzlich zu den ihm aus seiner Tätigkeit in Amerika vertrauten Vari Lites begrüßt er es, auch Geräte von Clay Paky nutzen zu können. „Peter wünschte sich, das wir für die Show Claypaky B-EYE- K-20 und Claypaky Sharpy Wash 330 orderten“, verrät Olaf Eichler. Darüber hinaus hat der Friedrichstadt-Palast noch Claypaky Alpha Spot 1500 angeschafft und Claypaky Alpha Profile 800 ST gemietet. Weiterhin haben die Techniker fast alle ETC Source Four mit Rainbow Colour Changers Farbwechslern ausgestattet. Das Lichtequipment für die Show kommt von Audiovisuelle Technik, Dipl. Ing. H. Lokys, JB Lighting und T.C.M. Light Solutions.

Cedric Beatty, der schon bei früheren Shows im Palast engagiert worden war, sorgt ein weiteres Mal für das Sounddesign. In der eigens für die Show komponierten, etwas electrolastigen Musik, ertönen zudem Balladen, zwischendrin erklingen Ambient-Sounds.

Zu den technischen Besonderheiten der Revue zählt auch die Konstruktion des Bühnenbodens. Bader Maschinenbau installierte ein fahrbares Schollenplateau, elf geborstene Elemente werden während der Show in den Hintergrund zurück bewegt. Für die Bewegungen sorgt ein unterirdisches Schienensystem. Bühnenmeister Peter Müller lässt während der zweieinhalbstündigen Vorführungen zwischen den auseinandergedrifteten Schollen Nebel aus Stickstoff aufsteigen, der in buntes Licht getaucht wird. Wie nach einem Erdbeben zerfällt der Boden in Schollen, nimmt immer neue Formen an, ein Mittel, um die illusionären Traumbilder von Roland Welke perfekt in Szene zu setzen.

In „THE ONE Grand Show“ kommt durch eine Undergroundparty plötzlich wieder Leben in ein verlassenes Revuetheater. Ein magischer Ort, in dessen Aura sich ein Partygast verliert. In einem Wachtraum erscheint ihm die Theaterdirektorin, sie lässt die alten Zeiten wieder auferstehen. Der junge Mann wird während seiner Traumreise mehr und mehr ergriffen von der Sehnsucht nach dem einen Menschen, der alles für uns bedeutet.

Das Publikum jedenfalls ist ganz hin und weg von dem wilden Strudel der Stimmungen, die Artisten von Les Farfadais über das schimmernde Grün dahin schweben und die beiden Bazaliy Schwestern ihre atemberaubenden Nummern hoch über der Bühne vollführen.

Der große Erfolg der Revue „THE ONE Grand Show“ beschert dem Friedrichstadt-Palast gerade wieder einmal „Goldene Zeiten“. Da stellt sich die Frage: Kann es noch besser werden? Die Messlatte für die nächste Show jedenfalls dürfte schon jetzt ziemlich hoch liegen.

Light Equipment:

  • 24 x ETC Source4 PAR-NSP
  • 63 x ETX Sourche4 Zoom 15-30°
  • 30 x ETX Sourche4 Zoom 25-50°
  • 80 x Strand Alto 8/16° 2kW
  • 18 x Strand Alto Fresnel 2kW
  • 10 x Strand Alto PC 2kW
  • 4 x Robert Juliat Victor Follow Spot
  • 8 x Martin Atomic Strobe
  • 5 x Robe Color Strobe
  • 9 x Cly Paky Stage Zoom 1200
  • 10 x Vari*Lite VL1000Q TS/D
  • 12 x Vari*Lite VL3000Q Spot
  • 17 x Vari*Lite VL3000Q Wash
  • 10 x Vari*Lite VL3500Q Spot
  • 15 x Clay Paky Alpha Spot HPE 300
  • 20 x Clay Paky Alpha Profile 800ST
  • 16 x Clay Paky Alpha Spot HPE 1500
  • 23 x JB Lighting A12 LED Wash
  • 24 x JB Lighting Sparx 7 LED
  • 8 x K-20 B-Eye (Portholes)
  • 4 x K-20 B-Eye (plus Pantograph 12m)
  • 23 x Robe Robin Pointe
  • 16 x Clay Paky Sharpy Wash
  • 10 x High End Solaspot pro 1500
  • 17 x Wildfire UV400F 2, inkl. Shutter


Den Artikel finden Sie auch in der pma-Ausgabe 2/2017.