Meister für Veranstaltungstechnik – ein Beruf im Wandel der Zeit

Am 31. Dezember 2019 trat die Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss „Geprüfter Meister für Veranstaltungstechnik“ (VTMEPrV) in Kraft. Wir haben alle wichtigen Informationen diesbezüglich zusammengetragen und berichten über die Folgen dieser Verordnung.

In unserer Rubrik Know-How haben wir in der pma-Ausgabe 1/2020 eine Reihe gestartet, die sich rund um das Thema Novellierung der Prüfungsverordnung für den Geprüften Meister für Veranstaltungstechnik.
Hier haben wir einen kleinen Auszug des Gastbeitrages von Sebastian Hellwig für Sie aufbereitet.

Am 31. Dezember 2019 ist die Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Meister für Veranstaltungstechnik – VTMEPrV in Kraft getreten und löst die bisher parallel geltenden Prüfungsverordnungen aus den Jahren 1997 und 2009 ab. Eine Aufteilung in die Fachrichtungen Bühne und Beleuchtung ist nicht mehr gegeben.

Es gibt nur noch einen Abschluss. Für die Branche ist dies eine Zäsur, vielleicht vergleichbar mit der Einführung des Berufes Fachkraft für Veranstaltungstechnik vor nunmehr fast 20 Jahren. Viele Chancen liegen in diesem Umbruch und sicher auch Risiken.
So breit die Einsatzgebiete der Meister für Veranstaltungstechnik sind (Film, Fernsehen, Theater, Stadthallen, Messen, Arenen, Konzertveranstalter, Stadtfeste, Eventagenturen, Rock´n´Roll, Hotels, Kreuzfahrtschiffe, Sportveranstaltungen und vieles mehr), so unterschiedlich sind auch die Erwartungen und Bedenken zu der neuen Prüfungsverordnung und der daraus resultierenden neuen Art der Ausbildung.

Wir möchten in dieser und den nächsten beiden Ausgaben über die Entstehung des Berufes informieren und einen Blick in die Zukunft wagen.

Beginnen wir mit einem Blick zurück

Wenn im Herbst 2022 die letzten Wiederholungsprüfungen zum Meister für Veranstaltungstechnik der Fachrichtungen Bühne und Beleuchtung abgenommen werden wird die Prüfungsgrundlage für diesen Fortbildungsabschluss ein Vierteljahrhundert alt sein.
Im Jahre 1997 wurde dieser Abschluss ins Leben gerufen und ersetzte die Befähigungszeugnisse zum Bühnen- oder Beleuchtungsmeister, die bis dahin für den Betrieb von Theatern und anderen Veranstaltungsstätten von den Bauaufsichtsbehörden gefordert und meist von den Feuerwehren geprüft wurden.

Die Überführung dieser damals sehr überschaubaren Qualifikation in einen formalen Abschluss zum Industriemeister ist das Ergebnis des großen Engagements der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft (DTHG). Die Prüfungsinhalte der 1997er Verordnung sind zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Theater. In der dazugehörigen Fortbildung wurde einerseits ein breites Fundament an naturwissenschaftlichen Grundlagen gelegt.
Andererseits wurde, je nach Fachrichtung, Fachwissen aus den Bereichen Theatermaschinerie, Dekorationsbau, Beleuchtungstechnik sowie Grundlagen der Statik und Elektrotechnik vermittelt. Fachrichtungsübergreifend lernten die Meisterschüler/ innen Bauordnungsrecht, Brandschutz und Technische Kommunikation.

Die Produktionsprozesse eines Repertoire-Theaters und wichtige Grundlagen der Stilkunde und Theatergeschichte standen ebenfalls auf dem Programm. Die Fortbildung bereitete somit die angehenden Meister direkt darauf vor, die Funktion eines Bühnen-bzw. Beleuchtungsmeisters in Theatern oder Fernsehstudios zu übernehmen. Es handelte sich also um einen Theaterberuf, der sich zwar für den Eventbereich öffnete, seine Wurzeln aber stets gut pflegte. Durch die rasante Entwicklung in der Veranstaltungstechnik und das Wachstum der Branche außerhalb der Theater und Rundfunkanstalten veränderten sich die Anforderungen.

Die Meisterschüler/innen aus den produzierenden Theatern wurden rein zahlenmäßig zu einer Randgruppe. Nur noch etwa ein Viertel der Meisterabsolventen der letzten Jahre arbeitet in diesem Bereich. Die Kollegen aus dem gesamten Dienstleistungsbereich mit ihren Aufgaben, z.B. aus den Bereichen Beschallung, AV- Medien, Rigging, Messebau etc. fanden im Unterricht kaum Anknüpfungspunkte zu ihrer praktischen Arbeit und mussten sich für die Prüfung Fachwissen aus der Theaterwelt aneignen.

Der Fachrichtungsübergreifende Teil der Prüfungsverordnung orientiert sich an einem Strukturmodell der Industriemeister aus dem Jahr 1977.
Die in diesem Prüfungsteil gestellten Aufgaben haben nur eine sehr geringe Schnittmenge mit der erforderlichen Handlungsfähigkeit im Veranstaltungsbereich.

Die meisten Bildungsträger haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf die Veränderungen in der Branche reagiert und den Rahmenlehrstoffplan so ausgelegt, dass man den veränderten Anforderungen weitgehend gerecht zu werden konnte. Dennoch hat die Branche mit ihren Verbänden den Handlungsbedarf schon vor mehr als 10 Jahren erkannt.

Den kompletten Beitrag aus unserer Know-How-Reife finden Sie in unserer pma-Ausgabe 1/2020 - einfach online im Shop bestellen.


Fotos: Jürgen Krenz

Fotos: Jürgen Krenz