Mauerfallkonzert - mit 3D-Sound von Sennheiser

Die Berliner Philharmoniker haben anlässlich des Mauerfall-Jubiläums Beethovens Neunte aufgeführt. Sennheiser stellte die Technik. Das Konzert wurde in 3D-Ton ausgewertet und gestreamt.

Gregor Zielinsky verwendete während des Gedenkkonzerts der Berliner Philharmoniker am 9. November 2014 Mikrofone von Sennheiser und Neumann. Der Sennheiser International Recording Applications Manager arbeitete mit einem digitalen Workflow. Die Signale setzte Zielinsky unmittelbar hinter den Kapseln um. Das Konzert fand in der Digital Concert Hall zum Gedenken an die Opfer der Teilung Deutschlands statt und wurde in 3D-Ton und –Bild ausgewertet.

„In der Vergangenheit habe ich bereits mehrere Aufnahmen mit digitalen Mikrofonen realisiert“, sagt Zielinsky. „Der Klang ist fein und differenziert. Insbesondere bei der Aufnahme klassischer Musikstücke gewinnt die Produktion durch den Einsatz digitaler Mikrofone eine zusätzliche Klangqualität.“ Im Saal befand sich ein von der Decke abgehängtes Mic-Array in Rechteckform, dessen Spitzen vier MKH-800-TWIN-Kondensatormikrofone an MZD-8000-Digitalmodulen von Sennheiser bildeten. Die vier Mikrofone waren in zwei unterschiedlichen Höhen auf gleicher Tiefenebene angebracht.

Je eine Kapsel des MKH 800 TWIN zeigte nach vorne, der Konterpart nach hinten. Zusätzlich kamen vier Neumann-KM-133-D-Kleinmikrofone zum Einsatz. Sie zeigten nach vorn und sind für die unteren und oberen Frontkanäle einer späteren 3D-Mischung gedacht. Die ersten und zweiten Violinen waren bei der Aufführung mit je drei Sennheiser MKH 8040 bestückt. Mikrofone des Typs MKH 8090 kamen für Blechbläser, Becken und Triangel zum Einsatz. Die Gesangssolisten nutzten vier MKH 8090, der Chor wurde mit vier MKH 8040 und zwei MKH 8090 aufgezeichnet. Neumann steuerte 18 KM-184-D-Modelle, die sich auf Bratschen, Violoncelli, Kontrabässe, Gran Cassa und Holzbläser verteilten. An der Harfe waren zwei Neumann TLM 103 D aufgestellt.

Streams aus AES/EBU- und ADAT-Signalen

Die Sennheiser-Mikrofone wurden mit Digitalmodulen des Typs MZD 8000 eingesetzt. Diese waren an die Mikrofonköpfe geschraubt oder abgesetzt an signalführenden Spezialauslegern beziehungsweise Aktivkabeln MZL 8003/8010 betrieben. Von acht Neumann DMI-8 (8 x 8 Kanäle) wurden die digitalen AES42-Audiosignale der Mikrofone parallel in den Formaten AES/EBU und ADAT optical ausgegeben. Ein neuntes Neumann-Interface stand als Spare bereit. Die digitalen Ausgänge waren mit Formatwandlern von RME verbunden. Der mit zwei Netzteilen ausgestattete Formatwandler RME ADI-6432R setzt bis zu 64 AES/EBU-Signale auf MADI um – wie sein Konterpart ADI-648 mit dem ADAT-Format. Die MADI-Signale wurden auf jeweils einen eigenen RME-MADI-Router geführt. Diese konnten am Gerät bedient und als Splitter genutzt werden.

Um eine redundante Anbindung sicherzustellen, versorgten Gregor Zielinsky und sein Team den Regieraum der Digital Concert Hall sowie des Kammermusiksaals mit MADI-Streams. Diese generierte man aus AES/EBU- und ADAT-Signalen. Für die Taktung des Digitalverbundes wurde die in der Philharmonie vorhandene Houseclock genutzt und über einen Rosendahl-Nanoclocks-Prozessor distribuiert. Die Einzelsignale hatte man in Pyramix-Workstations von Merging Technologies aufgezeichnet. Später exportierte man WAVE-Files für das Pro-Tools-System von Gregor Zielinsky.

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