Know-How - Thema: Schallpegelmessung

Diplom-Ingenieur Andreas Ederhof leitet Fortbildungskurse zur Sachkunde Schallpegelmessung in der Veranstaltungswirtschaft. Wir haben uns in unserem Know-How-Beitrag mit ihm über dieses sachkundige Thema der Schallpegelmessung unterhalten.

Schallpegelmessung wird vorwiegend mit Sprach- & Musikbeschallung in Zusammenhang gebracht. Tatsächlich betrifft dieses Thema nahezu alle Lebensbereiche und muss dementsprechend auch überall dort nachvollzogen werden können, wo Lautstärkeimmission Einfluss auf die menschliche Umgebung nimmt.

Vor dem Hintergrund zunehmender Lärmschwerhörigkeit, vor allem bei Jugendlichen, als auch einer verschärften Rechtslage hinsichtlich Schallpegelbegrenzungen, gewinnt das Thema Schallpegelmessung, insbesondere bei Veranstaltungen, zusehends an Bedeutung.
Und dies nicht zuletzt aufgrund gesetzlicher Bestimmungen, da Veranstalter im Falle auftretender Hörschäden der Besucher mit gerichtlich eingeklagten Schadensersatzansprüchen zu rechnen haben, sofern diese nicht den Nachweis antreten können, sich an die gesetzlichen Bestimmungen gehalten zu haben.

Bis dato gibt es in Deutschland keine zentrale Verordnung, welche die Lärmimmissionen bei Veranstaltungen für alle Beteiligten regelt. Veranstalter müssen im Wesentlichen drei gesetzliche Bestimmungen beachten, die sich mit Schallpegelbegrenzung für die verschiedenen gefährdeten Gruppen befassen: DIN 15905-5 dient dem Schutz des Publikums vor lärmbedingten Hörschäden, die TA Lärm regelt den Umgang mit der Lärm-Beeinträchtigung der Anwohner und der Allgemeinheit und die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) enthält Bestimmungen zum Schutz der Mitarbeiter einer Veranstaltung.
Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, dass sich die Veranstalter und Betreiber auch mit diesem Thema auseinandersetzen, um sich nicht dem Vorwurf einer Sorgfaltspflichtverletzung auszusetzen.

Das Interview mit Dipl.-Ing. Andreas Ederhof

pma: Welche fachliche Voraussetzung (Berufsbild) muss jemand mitbringen der eine verbindliche Schallpegelmessung und Emissionsanalyse in Form eines Gutachtens vornehmen darf?
Andreas Ederhof: Hier muss man unterscheiden, um welche Art von Schallpegelmessung es sich handelt. Eine Schallpegelmessung entsprechend DIN 15905-5 stellt sicher, dass Zuschauer von Konzerten oder Veranstaltungen mit elektroakustischer Verstärkung vor zu hohen Schalldruckpegeln geschützt werden. Wenn der Schallpegel einer elektroakustisch verstärkten Veranstaltung nach DIN 15905-5 gemessen werden soll, dann genügt die in dieser DIN-Norm definierte Sachkunde. Wie der Messtechniker sich diese Sachkunde aneignet, ist in der Norm nicht spezifiziert. Das ist beispielsweise durch den Besuch des Seminars „Sachkunde Schallpegelmessung“ bei Ederhof Audioproduction möglich, bei dessen erfolgreichem Besuch ein entsprechendes Zertifikat ausgestellt wird.

Der Messtechniker sollte mindestens die dieser Norm zugrunde liegenden schalltechnischen Grundlagen beherrschen, um plausibel erklären zu können, warum die Messung auf diese Weise angefertigt wurde und wie die Messergebnisse zu interpretieren sind. Dass die Messung durchführende Personal muss in die DIN-Norm eingewiesen sein und sich mit den Mess-Einrichtungen auskennen.

Ein anderer Fall sind Schallpegelmessungen entsprechend den Richtlinien des Bundes-Immissionsschutzgesetzes und der TA Lärm. Diese Messungen, in deren Ergebnis zum Beispiel die Geräuscheinwirkungen durch Gewerbe- oder Freizeitlärm auf die Nachbarschaft oder Umwelt festgestellt werden sollen, sind häufig Grundlage für folgenschwere Gerichtsurteile.
Aus diesem Grund sind die fachlichen Voraussetzungen hier deutlich höher als bei Veranstaltungsmessungen nach DIN 15905-5. Häufig werden solche Schallmessungen in Verbindung mit behördlichen Auflagen bei der Genehmigung von Veranstaltungen durchgeführt. Hier müssen die Messstellen bzw. der Messtechniker entsprechende fachliche Qualifikationen vorweisen, die durch die DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle) in Berlin vorgegeben werden.

Der Messtechniker muss dafür beispielsweise ein ingenieurtechnisches oder physikalisches Studium abgeschlossen haben. Wenn die Akkreditierung der Messstelle erfolgreich war, dann gilt diese nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz Paragraph 29b als staatlich anerkannt und darf das entsprechende DAkkS-Zeichen tragen.

pma: Welche Grundlagen muss der Teilnehmer für den Besuch ihres Seminars zur Schallpegelmessung mitbringen?
Andreas Ederhof: Das Seminar „Sachkunde Schallpegelmessung“ vermittelt den Teilnehmern die grundlegenden technischen Zusammenhänge, die bei einer Schallpegelmessung relevant sind. Da das Seminar auf die Durchführung einer Schallpegelmessung in der Veranstaltungstechnik gemäß DIN 15905-5 hin ausgerichtet ist, muss der Teilnehmer kein weitergehendes physikalisches oder technisches Wissen aufweisen.

Der Teilnehmer sollte sich jedoch in der Veranstaltungstechnik auskennen und insbesondere die technischen und organisatorischen Zusammenhänge einer Konzertveranstaltung beherrschen. Idealerweise verfügt der Teilnehmer über Praxis-Erfahrung beim Aufbau und der Einstellung einer P.A. Darüber hinaus ist eine technische Ausbildung von Vorteil, aber keine Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar.

Den kompletten Beitrag mit dem vollständigen Interview finden Sie in unserer Rubrik "Know-How" in der pma-Ausgabe 5/2020.


Foto: Ederhof Audioproduction

Foto: Ederhof Audioproduction