Klanglandschaften mit Sennheiser-Mikrofonen eingefangen

Zur Kundschaft von Klangforscher Thomas Rex Beverly gehören Emmy- & Oscar-prämierte Tonmeister und Tonmeisterinnen. Seine Arbeit als Field Recorder beginnt Beverly immer damit, die freie Natur zu erleben – und sich Zeit zum Zuhören zu nehmen.

Inmitten einer globalen Pandemie findet Thomas Rex Beverly Trost in seinem Beruf als Field Recorder. Die Natur blühe auf, während die menschliche Bevölkerung sich zeitweise zurückzieht.
Im vergangenen Februar wagte er sich hinaus in die östlichen Kaskaden von Washington – eine abgelegene Region umgeben von rauen Bergen und üppigen Wäldern. Während der dreiwöchigen Tour nutzte Beverly sein Sortiment an Sennheiser Mikrofonen, um ein umfangreiches Bild der dortigen Klanglandschaften einzufangen, darunter Aufnahmen von Schneelawinen, flüsternden Ponderosa Kiefern, Winden in den Laubdächern der Kaskaden und vielen weiteren audio-sensorischen Eindrücken.

Beverly, dessen Soundbibliotheken schon oft in der Welt des Films und Fernsehens verwendet wurden – unter anderem bei renommierten Produktionen wie “Star Trek: Picard” und “Frozen II” – wollte ursprünglich Orchester-, Chor- und Ensemble-Stücke schreiben. In das Field Recording verliebte er sich erst, nachdem er „The Great Animal Orchestra” von Bernie Krause gelesen hatte. Das Buch beschäftigt sich mit natürlichen Klanglandschaften – oder “der Musik der Wildnis“ – und bringt gleichzeitig die Notwendigkeit zum Ausdruck, die Umwelt zu erhalten und zu schützen.

Der Werkzeugkasten des Zuhörenden

„Die Sennheiser Mikrofone wurden mir von vielen Field Recordern empfohlen, da sie den Ruf haben, sehr gut in feuchten Umgebungen und unter extremen Temperaturen zu funktionieren“, meint Beverly. „Wenn ich ein Mikrofon zwei Wochen lang draußen in der Wildnis lassen muss, ist es sehr wichtig für mich, dass das Mikrofon den Temperaturschwankungen und der hohen Feuchtigkeit standhalten kann.“ Beverly arbeitet derzeit mit einer Doppel-MS Mikrofonierung bestehend aus zwei Sennheiser MKH 8040 und einem MKH 30, verbunden mit einem Sound Devices MixPre-3 II oder MixPre 6.

„Mein Rig hat sich über die Jahre entwickelt”, sagt Beverly weiter. „Angefangen habe ich mit einem Mid-/Side Rig mit einem Mikrofon MKH 50 und MKH 30. Dann bekam ich zwei MKH 8040 und begann, mit der Doppel-MS Aufnahmetechnik in Surround aufzunehmen, weil ich einfach die Flexibilität liebe. Ich kann damit Spot-Effekte fürs Sounddesign oder Surround-Umgebungen in einem Blimp aufnehmen.“

Mit einem wendigen und effektiven Drei-Mikrofon Set-Up, hat Beverly die ultimative Bewegungsfreiheit – ganz zu schweigen vom leichteren Tragen, wenn er sich auf einem seiner Abenteuer in den tiefsten Wald aufmacht. „Generell versuche ich immer, mehr Klänge mit einem einzigen Mikrofonset aufzuzeichnen, anstatt alle möglichen Mikrofone mitzubringen und verschiedene Perspektiven zu erfassen.“

Wild ist der Wind

Wer sich in die unermessliche Weite der Wildnis begibt, benötigt Fokus: “Auf diesem Trip in die Kaskaden habe ich nach ruhigen Winteratmosphären und Windgeräuschen gesucht. Wenn ein Sounddesigner Windgeräusche will, will er keine Geräusche mit Vögeln oder Insekten haben – er will nur Wind”, erklärt Beverly. „Deshalb muss man Windgeräusche im Winter aufnehmen. Es kann sich recht schwierig gestalten, mitten ins Nirgendwo zu gelangen, wo es keine Lärmbelastung gibt und es außerdem möglich ist, eine Basis aufzubauen, um Batterien zu laden und sich aufzuwärmen.“

Für seine Expedition in die Kaskaden hatte er sich unter anderem vorgenommen, Wind zwischen abgebrannten Nadelholzbäumen für seine Soundbibliothek aufzunehmen. „Die Tonhöhe des Windes variiert abhängig von der Länge des Laubwerks ”, erklärt er. „Nimmt man einen Wald mit sehr kurz benadelten Bäumen auf – wie Fichten oder Douglas-Tannen – geben diese einen höheren Ton ab als beispielsweise eine Ponderosa Kiefer, die 15 cm lange Nadeln hat und von denen ein viel tieferer, beruhigender Wind ausgeht. Dagegen hat der Wind in sommergrünen Laubwäldern, zum Beispiel von Espen, ein leichtes Zischen.“

Minimierte Risikofaktoren

Selbstverständlich kommt der grenzenlose Ehrgeiz, Naturaufnahmen zu machen, nicht ohne Risiken daher – darunter Wetter, Terrain und natürlich große Tiere. „Ich beurteile diese Risikofaktoren und treffe eine Entscheidung, bevor ich raus gehe“, meint Beverly. „In den meisten Fällen kann ich Risikofaktoren minimieren, indem ich mit lokalen Parkrangern spreche. Wenn man beispielsweise an einen besonders abgelegenen Ort will oder eine Schneelawine aufnehmen möchte, sollte man aus Sicherheitsgründen jemanden bei sich haben.“ Beverly hat es geschafft, ganze 15 Lawinen während seines Ausflugs in die Kaskaden aufzuzeichnen.

Manchmal erfasst er detaillierte Aufnahmen in den Wäldern mit so genannten Drop Rigs, da es oft nicht sicher ist, zu lange an einem Platz zu bleiben oder das Tageslicht zu kurz ist. „Ich liebe es, mich hinzusetzen und zuzuhören – aber in manchen Gebieten könnte mich ein Grizzlybär überraschen und das kann gefährlich werden. Es hängt immer vom Terrain und der Umgebung ab.”

Wenn er während der Aufnahmen nicht selbst anwesend sein kann, kann sich Beverly darauf verlassen, dass seine Sennheiser Mikrofone funktionieren. „Ich lasse meine Hauptmikrofone von Sennheiser in einem wasserfesten Cinela Pianissimo Blimp im Wald, und wenn es sein muss, nehmen sie zwei Wochen lang pausenlos auf – egal ob unter Extremtemperaturen, im Regen oder im Schnee. Ich muss einfach nur zum Standort gehen und etwa alle 18 Stunden die Batterien im Rekorder auswechseln.“
Durch seine Drop Rigs hat er einige intime Aufnahmen in der Wildnis machen können.
„Einmal konnte ich Wasservögel, die direkt am Mikrofon vorbeiflogen, aufzeichnen und ein anderes Mal kam ein Elch ganz dicht an mein Blimp und fing an, es abzulecken und anzubeißen. Das hat mir ein paar großartige Aufnahmen verschafft.“

Für sein Live-Monitoring benutzt er stets die Sennheiser Kopfhörer HD 280 PRO. „Ich besitze einige Paare dieser Kopfhörer und sie sind super, weil sie natürlich isoliert und super beständig sind. Plus: Sie klingen fantastisch.“

Alles kehrt wieder zurück zur Natur

„Die Tierweltkehrt wieder an Orte zurück, aus denen sie sich einst zurückgezogen hat“, fasst Beverly zusammen. „Es gibt so viel weniger Lärmbelästigung und Verkehr und das macht es einfacher für Menschen, mehr auf die Natur zu achten – weil sie uns überall umgibt.“ Er sagt auch, dass in diesen schwierigen Zeiten das Interesse an seinen Sammlungen an Naturaufnahmen gestiegen ist, wie zum Beispiel an „Pacific Northwest: Wind“ – das gleichzeitig meditativ und entspannend für die Hörenden ist.

Durch seine Erfahrungen im Field Recording folgt Beverly nicht nur seiner Leidenschaft, sondern entdeckt auch Klangebenen, die alle durch ein akustisch kohärentes Ökosystem verbunden sind. „Ich versuche Naturaufnahmen zu machen, die einen emotionalen Zustand haben“, schließt Beverly. „Es ist viel ergreifender, wenn du die Geschichte des Klangs verstehen kannst, anstatt nur den Sound zu kennen. Das macht es weitaus einfacher, sich wieder mit der Natur zu verbinden.“

Fotos: Thomas Rex Beverly


(Foto: Thomas Rex Beverly)

(Foto: Thomas Rex Beverly)