Jubiläum in Strand-Atmosphäre: Das Amper-Slam Open Air

Das Amper-Slam Band Battle hat dieses Jahr sein 5-jähriges Jubiläum – das wird natürlich auch gefeiert! Das Amper-Slam Open Air am Pucher Meer im Landkreis Fürstenfeldbruck lädt ein: acht regionale Bands, welche in den vorangegangenen Jahren im Finale der Band Battles waren, geben sich auf der Bühne am Pier 80 noch einmal die Ehre. Und wie bei großen Shows und Events heißt es auch hier: ohne Technik und die dazugehörige Crew funktioniert es nicht!

Auf den ersten Blick erinnert das Gelände mehr einer Strand-Bar, als einem geeigneten Ort für ein Open Air: Liegestühle, Sonnenschirme, zwei separate Bars und ein großer Pavillon sind Teil des Restaurants Pier 80 am Pucher Meer. Doch der Schein trügt! Damit am Samstag, den 05. August, das Open Air pünktlich starten kann, wurden bereits am Tag davor die Trailerbühne aufgebaut, die Lichttechnik installiert und der erste Soundcheck durchgeführt.

Christoph Burghart hat beim Aufbau tatkräftige Unterstützung: das Team vom Jugendzentrum Nord, welches auch für die Amper-Slam Band Battles verantwortlich ist, steht ihm bei der Bühne und der Technik zur Seite. Auch einige freiwillige Helfer aus dem JuZ sind vor Ort und greifen der Crew unter die Arme. Für die Tontechnik ist Sebastian Meisner Hauptverantwortlicher und sorgt mit seinem Kollegen Raphael Schütze für einen grandiosen Sound auf und vor der Bühne.

Die Vorbereitungen

Am 04. August geht es für Christoph „Burgi“ Burghart und seine Crew, bestehend aus dem Team vom Jugendzentrum Nord und einigen freiwilligen Helfern, schon früh los. Die Bühne muss stehen, ansonsten kann man weder Licht- noch Tontechnik installieren und für den Folgetag vorbereiten – schließlich sollen acht Bands aus unterschiedlichen Genres auch eine super Bühnenshow abliefern. Als Standpunkt für die Trailerbühne wurde der mit Kies ausgelegte Bereich vor dem großen weißen Pavillon ausgewählt, da er genügend Platz bietet. Ein kleines Holzhäuschen dient Burghart als Unterstand für sein Lichtmischpult, er hat perfekte Sicht auf die Bühne und kann rechtzeitig die jeweilige Lightshow für die auftretende Band starten.

Eine gewisse Spannung ist unter den Leuten vom Team spürbar, denn dies ist die Premiere des Open Airs: zum 5-jährigen Jubiläum der Amper-Slam Band Battles treten am Pier 80 insgesamt acht regionale Bands auf, hauptsächlich ehemalige Finalisten der Battles aus den vergangenen Jahren.

Erstmals wurden die Amper-Slam Band Battles im Jahr 2013 veranstaltet, organisiert und realisiert von den Einrichtungen der offenen Jugendarbeit der Stadt Fürstenfeldbruck. Jedes Jahr treten Nachwuchsmusiker aus unterschiedlichen Genres mit ihren Bands im Jugendzentrum Nord auf und kämpfen um den Siegerplatz. Bis auf Puerto Nico & das Team McFly waren alle Bands schon bei den Band Battles dabei, unter anderem Lost Rose, die Gewinner vom letzten Jahr.

Die Lichttechnik

Christoph Burghart ist nicht nur bei den Band Battles für den Aufbau und das Licht zuständig, sondern hat sich dieses Jahr auch das Amper-Slam-Festival zur Aufgabe gemacht. Aber nicht nur der Aufbau und das Licht sind seine Aufgaben: mit dem Team des Jugendzentrum Nord hat er sich um die Organisation, Planung und die Buchung der Bands gekümmert. Der 24-jährige ist seit sechs Jahren in der Veranstaltungsbranche tätig, war als Festangestellter der Firma Magic Event- und Medientechnik schon auf großen Events und Messen mit dabei und hat auch ein eigenes Kleinunternehmen – CBU Eventservice für Beleuchtung, sowie Event- und Tourmanagement.

Auf dem Open Air kümmert er sich um den Aufbau der Trailerbühne, die Installation der Technik und sorgt dafür, dass die jeweiligen Bands in das richtige Licht gerückt werden. Wir haben mit Christoph Burghart über die technische Umsetzung gesprochen.

pma: Herr Burghard, was ist denn Ihre genaue Aufgabe, hier auf dem Amper-Slam Open Air?
Christoph Burghart: Aktuell mache ich den Aufbau für das Open Air, das findet dieses Jahr zum ersten Mal statt. Quasi eine Premiere, als Jubiläumsfeier für 5 Jahre Amper-Slam Band Battle. Außerdem bin ich auch für die Lichttechnik zuständig, die Bands sollen schließlich nicht im Dunkeln spielen müssen. (lacht) Noch dazu war ich bei der gesamten Planung, Organisation und dem Booking von den Bands mit dabei.

pma: Wie lange sind Sie denn schon in der Veranstaltungstechnik-Branche tätig?
Christoph Burghart:
Das ist schwer zu sagen, eigentlich habe ich ja Hotelfachmann gelernt. (lacht) Theoretisch bin ich seit 6 Jahren in der Veranstaltungstechnik, anfangs war das allerdings mehr nebenbei als hauptberuflich. Ich habe zuerst Praktikas gemacht, war dann im Jugendzentrum Nord in Fürstenfeldbruck tätig und habe mich da um die Technik gekümmert. Daher auch die enge Zusammenarbeit für dieses Open Air mit dem Team vom JuZ Nord, wie wir es nennen. Irgendwann wurde mir dann gesagt, wenn ich Rechnungen schreiben könnte, würde ich mehr verdienen können – also habe ich ein Kleingewerbe angemeldet: den CBU Eventservice. Über dieses Kleingewerbe habe ich schon bei mehreren Technikfirmen mitgearbeitet, bis ich letzten Endes ein Angebot über eine Festanstellung bei Magic Event- und Medientechnik bekommen hab.

pma: Was war Ihre Intention diesen Beruf auszuüben?
Christoph Burghart:
Angefangen hat eigentlich alles damit, dass ich selbst mal in einer Band gespielt habe und so mit der Technik in Berührung gekommen bin. Mein Interesse wurde dadurch geweckt, irgendwann hab ich mir dann meine ersten eigenen Scheinwerfer gekauft und so hat sich das bei mir dann gesteigert, vom Interesse und auch von der Erfahrung her. Mit jedem Praktikum, das ich gemacht hab, wurde das natürlich immer mehr, mein Wissen habe ich so erweitert und ausgebaut, bis ich eben wirklich sicher war, dass das der Beruf ist, den ich ausüben will. Letzten Endes hat mich das auch wirklich weit gebracht, was man allein an meinem Kleinunternehmen sieht und an den Jobs, die ich mache. Durch die Firma Magic, bei der ich ja festangestellt bin, komme ich auch viel rum, auch was große Nummern angeht. Zum Beispiel sind wir beim Ikarus-Festival oder dem Echolon-Festival dabei und bei wahnsinnig großen Messeauftritten deutschland- und europaweit haben wir auch die Finger mit im Spiel.

pma: Bei welchen Events waren Sie mitverantwortlich für die Organisation und Umsetzung?
Christoph Burghart:
Hauptsächlich bin ich speziell beim Amper-Slam zuständig, was ja jedes Jahr durch die Band Battles stattfindet. Das Amper-Slam Open Air ist da nur ein kleiner Teil, allerdings findet es auch am Pucher Meer statt und nicht wie die Band Battles im Jugendzentrum. Ansonsten reicht die Sparte bei mir von Partys in kleinen Clubs bis hin zu riesigen Open Airs, wo wir alles Technische machen und da bin ich dann auch immer mit dabei.

pma: Wie ging der heutige Aufbau voran? Wurde das gewünschte Pensum erreicht?
Christoph Burghart:
Die Trailerbühne wurde aufgebaut, die Lichttechnik steht auch schon größtenteils. Ein wenig kommt aber noch nach, damit das alles komplett wird. Die Tontechnik ist auch schon soweit fertig, sodass wir heute schon einen kleinen Sound- und Lichtcheck durchführen können. Sprich, morgen müssen wir dann nur noch den Ton auf der Bühne vorbereiten und checken – natürlich werden wir auch während dem Umbau zwischen den Auftritten die Bands verkabeln. Wenn das alles so funktioniert, werden wir morgen hoffentlich einen schönen und spannenden Tag mit viel Musik und Licht haben.

pma: Wie viel "Personal" steht Ihnen für das Amper-Slam zur Verfügung?
Christoph Burghart:
Da das keine Veranstaltung von Magic ist, bin ich sehr froh, dass das Team vom Jugendzentrum Nord da mithilft – ob bei der Organisation, bei dem Transport von A nach B und auch beim Auf- und Abbau. Heute am Aufbautag bin tatsächlich ich der einzige feste Techniker, ansonsten waren es acht Helfer und zwei für die Tontechnik. Der Sebastian hat das studiert, der zweite lernt das noch, aber als Ton-Team sind die zwei wirklich super. Die Helfer waren vom Jugendzentrum Nord, ohne das Team vom JuZ wäre es wohl gar nicht möglich gewesen, das Amper-Slam zu organisieren und umzusetzen – weder das Open Air noch die Band Battles, die ja auch im Jugendzentrum stattfinden.
Im Normalfall, also bei einem Job von Magic zum Beispiel, wäre das eine Arbeit für vier bis fünf Techniker und zwei bis drei Helfern. Da das offiziell aber kein Auftrag von Magic Event war, wurde das Equipment lediglich von der Firma gemietet.

pma: Welches technische Equipment wurde auf der Bühne eingesetzt?
Christoph Burghart:
Also ich kann nur von der Lichttechnik sprechen, da die Tontechnik voll und ganz in der Hand vom Sebastian liegt, wir haben nur die Lautsprecher und Mikrofone aufgebaut. Wir haben da aus unserem Magic-Lager eine grandMA2 onPC, vier P7 JB Spot-Moving-Heads, vier Robe 800 Wash-Moving-Heads und vier SGM Q7 Stroboskope gemietet. Dazu kommen noch kleine Effektlichter und Frontscheinwerfer, die wir während der Shows einsetzen werden. Beim Ton haben wir vier L-Acoustic ARC, zwei L-Acoustic 12xt und sechs SB18 zur Verfügung, die Mikrofone sind von Shure und Sennheiser.

pma: Gab es denn irgendwelche Besonderheiten oder Schwierigkeiten, mit denen Sie bisher in Ihrem Beruf klarkommen mussten?
Christoph Burghart:
Ach naja, es gibt eigentlich immer irgendwelche Schwierigkeiten, ganz nach dem Motto "Irgendwas ist immer". Manchmal gibt es natürlich Situationen, in denen man improvisieren muss. Zum Beispiel waren wir am Donnerstag in den Bergen und sollten eine Bühne an einem Steilhang aufbauen, sowas macht man auch nicht jeden Tag. Die Schwierigkeit lag mitunter auch daran, dass das Event auf einer Kuhwiese am Hang selbst stattfinden sollte – also mussten wir nicht nur auf den zweieinhalb Meter Höhenunterschied achten, sondern auch darauf, dass nicht während dem Aufbau auf einmal eine Kuh mitten im Arbeitsfeld steht. Dieser Job war wirklich eine Herausforderung, schließlich arbeitet man nicht alltäglich unter solchen Voraussetzungen und dann noch dazu mit Tieren, die dir im Weg umgehen.
Dazu haben wir außerdem noch extrem aufwändige Messestände mit sehr abgefahrener Technik, wie zum Beispiel LED-Wände, die auf Roboterarmen installiert werden – weil der Kunde eben diese Roboterarme präsentieren möchte. Ich glaube, wenn man alle verrückten Dinge in dieser Branche aufzählen würde, hätte man genug Stoff für eine komplette Buchreihe. Man muss immer mit ungeplanten Sachen rechnen, gerade in der Veranstaltungstechnik, wo es dann doch mal sein kann, dass nach einem perfekten Sound- und Lichtcheck während der eigentlichen Show irgendetwas ausfällt. Da muss man dann flexibel sein und kann nicht strikt nach einem Lehrbuch arbeiten, wenn man dann wirklich mal etwas nicht funktioniert, kann man das nicht einfach liegen lassen oder sich nicht darum kümmern, dass es wieder funktioniert. 

Die Vorbereitungen

Wie auch Christoph selbst, ist die restliche Crew seit Freitagmorgen voll im Einsatz. Nachdem am Freitag das wichtigste an Technik aufgebaut und installiert wurde, checkt Christoph abends noch einmal, was noch getan werden muss. Ausgestattet mit seinem Klettergurt, hangelt er sich an den Traversen hoch und kontrolliert noch einmal die Kabel, schaut das alles an den Strom angeschlossen ist und installiert noch fehlende Scheinwerfer.

Das restliche Team räumt etwas auf, plant aber währenddessen schon den Ablauf für den nächsten Tag, wer für was zuständig ist. Da es am Samstag recht früh wieder weiter gehen soll, schläft das Team auch am Pucher Meer – warm genug ist es ja.

Die Tontechnik

Sebastian Meisner, der Herr über den Sound auf dem Amper-Slam Open Air, läuft seit einiger Zeit mit seinem Tablet vor und neben der Bühne auf und ab. Das Tonmischpult, ein Behringer X-Rack, gesponsert vom Jugendzentrum, funktioniert recht einfach und wird über eine App gesteuert. Aus den Lautsprechern lässt Sebastian Meisner lautstark einige Songs ertönen, mal etwas leiser, mal etwas lauter und läuft dazwischen über den Platz vor der Bühne, hinter den großen Pavillon und auch ein Stück runter zum See – schließlich soll der Sound in jeder Ecke passen. Er ist begeistert über diese Steuerungs- und Mischmöglichkeit, hat ein zweites Tablet als Backup mit dabei und betont, wie flexibel man durch diese Option ist.
Nach dem Soundcheck geht es für das Team eigentlich nur noch an das Aufräumen, die restlichen leeren Cases werden unter die Bühne geschoben und dann war es das auch schon mit dem Aufbau für den Freitag.

Sebastian schaut, ob alles an seinem Platz ist, geht mit Raphael Schütze, seinem Helfer in Sachen Sound, noch einmal alles durch und koordiniert den Ablauf des Umbaus zwischen den Bands. Trotz dem Stress kurz vor der Show findet er kurz Zeit, eine kleine Pause zu machen und sich mit uns zu unterhalten.

pma: Herr Meisner, was genau ist Ihre Aufgabe beim Amper-Slam Open Air?
Sebastian Meisner:
Genau, ich bin Hauptverantwortlicher für die tontechnische Umsetzung. Ich kümmere mich darum, dass das Publikum mitbekommt was auf der Bühne passiert, dass die Musiker sich selbst und ihre Bandkollegen während dem Auftritt gegenseitig hören und es keine Ausfälle in der Tontechnik gibt.

pma: Wie genau kam es dazu, dass Sie die Tontechnik zum Beruf gemacht haben?
Sebastian Meisner:
Das hat sich mehr oder weniger von selbst ergeben. Während der Schulzeit war ich immer wieder mit Freunden in einem Plattenladen, das war unser Treffpunkt damals. Da waren dann natürlich auch einige regionale Musiker unterwegs, mit denen man sich auch austauschen konnte. Leider musste dieser Plattenladen dann schließen. Zu dem Zeitpunkt kam ich dann auch auf die Idee, eine eigene Band zu gründen, in der ich Schlagzeug gespielt habe und die Tontechnik übernommen hab – also die Musik aufgenommen, gemischt und eigentlich alles gemacht, was man in einem Tonstudio so macht. Das lief auch alles recht automatisch mit der Berufswahl, bei einer eigenen Band gehört natürlich das technische Equipment dazu, also hab ich mir ein kleines Tonmischpult für das Studio besorgt. Diese Begeisterung führte auch zu meiner Entscheidung, auf die Deutsche POP in München zu gehen, wo ich dann schlussendlich meinen Mastering Engineer gemacht habe.

pma: Vom heutigen Event mal abgesehen, wo hatten Sie bisher noch so die Finger in Sachen Sound im Spiel?
Sebastian Meisner:
Ich mache relativ viel für den Kultur am Rande-Verein in München, die veranstalten immer mal wieder Metal-Konzerte und Events wie Sommerfeste. Für die bin ich dann der Tontechniker und kümmere mich um alles was Sound angeht. Beim örtlichen Jugendzentrum in Fürstenfeldbruck bin ich die letzten Jahre auch im Einsatz gewesen, zum Beispiel eben bei dem Amper-Slam Band Battles. Ansonsten gibt es auch Kleinigkeiten, die gelegentlich reinkommen – ab und zu nehme ich auch ein paar Bands auf, die bei mir anfragen.

pma: Was haben Sie für das Amper-Slam Open Air so an technischem Equipment mitgebracht?
Sebastian Meisner:
Also für die Hauptbeschallung haben wir eine L-Acoustics Anlage mit zwei Endstufen, insgesamt acht Kanäle. Dann haben wir noch sechs SB18, außen stehen vier ARCS, je zwei ARCS white und zwei ARCS focus. Für die Frontfills sind zwei 12xt mit dabei. Wir haben die Boxen auf beiden Seiten der Bühne im Vordergrund aufgebaut, damit auch der hinterste Zuschauer genügend vom Sound mitbekommt – das hat man auch bei unserem Soundcheck gemerkt, als ein paar Leute zur Musik mitgewippt sind, die etwas weiter weg saßen.(lacht)

pma: Sind Sie bei der Umsetzung der Tontechnik alleine oder gibt es helfende Hände?
Sebastian Meisner:
Beim Aufbau haben wir natürlich helfende Hände mit dabei, ansonsten wäre das alles nicht möglich. Da sind sehr viele vom Jugendzentrum Nord mit dabei, die auch beim Amper-Slam Band Battle mithelfen und bei mir ist der Raphael Schütze mit dabei. Der geht mir seit diesem Jahr bei der Tontechnik zur Hand, einfach auch, damit wir auf Dauer einen zweiten Techniker mit dabei haben – gerade bei so großen Veranstaltungen ist jeder Helfer äußerst wichtig, alles alleine wäre dann doch recht schwierig und eigentlich kaum umsetzbar. Unsere Aufteilung beim Open Air ist auch recht einfach: einer ist für das FoH zuständig, also für den Publikum-Sound draußen vor der Bühne und der zweite übernimmt das Monitoring auf der Bühne und schaut auch gleichzeitig, dass alles glatt läuft und funktioniert. Sollte zum Beispiel ein Mikrofon ausfallen, kann dies durch den zweiten Techniker schnell gewechselt werden oder der Klassiker, wenn ein Mikrofon umfällt, dann ist der zweite Mann da und richtet das alles wieder so wie wir es brauchen.

pma: Mit welchem Tontechnik-Equipment arbeiten Sie persönlich denn besonders gern, Herr Meisner?
Sebastian Meisner:
Ich persönlich finde es sehr lässig, wenn man mit seinem Tablet durch das Publikum laufen und den Ton da mischen kann, wo er gehört werden soll – und perfekt klingen muss. Das gewährleistet ein entspanntes Arbeiten, vor allem beim Amper-Slam ist es einfach super. Man kann mal eben schnell auf die Bühne laufen, mit dem Musiker bezüglich des Monitor-Sounds zusammenarbeiten und es macht noch dazu sehr viel Spaß. Man ist auch einfach um einiges flexibler und muss nicht immer erst zum Mischpult rennen, etwas umstellen und dann wieder zurücklaufen, um zu schauen, ob es jetzt passt.

pma: Natürlich funktioniert die Tontechnik nicht ohne Mischpult. Welches Tonmischpult ist auf dem Amper-Slam im Einsatz?
Sebastian Meisner:
Oh, da werden sich viele denken: "Der traut sich wirklich, dass zu sagen." (lacht)
Wir haben heute das Mischpult vom Jugendzentrum in Gebrauch, das ist ein Behringer X-Rack 32, die Rack-Variante. Daran hängt noch dazu die Erweiterung S16 Digital Snake von Behringer. Zusammen bilden die beiden eine digitale Stage-Box mit 32 Inputs und 16 Output, das ermöglicht uns auch einen Mehrspur-Mitschnitt. Über ein WLAN, zum Beispiel von einer Fritz!Box, lässt es sich über mehrere Geräte steuern. Dazu loggt man sich eigentlich nur in der App „Behringer Mixing Station“ ein.
Ich möchte dazu noch sagen, da Behringer ja immer sehr kritisch betrachtet wird, weil diese Marke recht kostengünstig ist: dadurch, dass das Jugendzentrum nicht allzu viel Budget verfügbar hat, muss man natürlich schauen, was man denn wirklich braucht und ob da eine riesige und teure Anlage überhaupt nötig ist – es geht ja meist "nur" um Konzerte, kleine Partys und eigentlich braucht man da so gesehen kein großartig ausgebautes Equipment. Persönlich finde ich, seit Behringer Midas gekauft hat, was ja eigentlich ein ziemlich großer Markenhersteller ist, dass vom Klang und der Bedienung her alles einwandfrei ist. Also ich bin sehr begeistert davon, klar wünscht man sich bei solchen Veranstaltungen wie dem Open Air jetzt, vielleicht eher Equipment von Soundcraft oder anderes. Aber das Mischpult erfüllt seinen Zweck auf jeden Fall und es klingt auch, trotz der "billigen" Variante eines Tonmischpults sehr ordentlich.

pma: Neben der Schwierigkeit, dass während der Show einfach mal der Strom ausfällt – was kann bei der Tontechnik schlimmstenfalls passieren?
Sebastian Meisner:
Das wohl beste Beispiel hast du bereits erwähnt: das größte Worst-Case-Scenario wäre wirklich, wenn der Strom ausfällt, egal ob während dem Soundcheck oder dem eigentlichen Auftritt. Natürlich ist es während einer Show um einiges ärgerlicher, weil das Publikum dann warten muss und die Künstler sind da auch nicht sonderlich begeistert, wenn dann alles dunkel ist und man nichts mehr hört. Wobei zu diesen Dingen auch zählt, wenn das Mischpult abraucht – das ist glaub ich das zweitschlimmste, was einem Tontechniker passieren kann. Glücklicherweise ist uns beides noch nicht passiert, bisher lief alles so wie gewünscht. Allerdings muss ich dazu sagen, dass wir auch immer recht gut vorbereitet sind. Kleinigkeiten passieren nun mal, da kann ein Mikro ausfallen oder das Monitoring funktioniert nicht richtig – aber das kann man meist sehr schnell beheben. Richtig große Steine im Weg, sodass wir eventuell in Erwägung ziehen müssten, die ganze Veranstaltung abzublasen, hatten wir bisher noch nie. Ich hoffe, dass es auch diesmal so bleiben wird, da das Open Air doch eine relativ große Nummer ist und man sich da Patzer wenig erlauben kann – wie eigentlich bei jedem Event, bei dem ein guter Sound da sein muss.

Das Open-Air

Bereits in den frühen Samstag-Morgenstunden ist die Crew um Christoph Burghard und Sebastian Meisner wieder fleißig am Werk und hat das restliche Equipment installiert und geprüft. Jetzt fehlen nur noch die Bands.

Das Backstage-Zelt, rechts neben der Bühne, beherbergt auch die Tontechnik. Raphael Schütze, der Kollege von Sebastian Meisner, steht am Laptop und kontrolliert mit seinem Handy ein noch einmal das Setup, schaut ob alles läuft, das Pult so schnell wie möglich reagiert und lässt nebenher eine Playlist von Sebastian laufen, damit dieser die PA richtig einmessen kann.
Und dann geht es auch schon los: es startet die Band „Reggea aus’m Saustoi“ um 15 Uhr mit ihrer Musik, die ein wenig an die Funk-Brass-Band LaBrassBanda erinnert. Bayerische Texte zu rhythmischem Reggae-Sound bringen das perfekte Strand-Feeling auf das Gelände vom Pier 80, die Stimmung auf und vor der Bühne ist super – auch wenn noch nicht allzu viel Publikum anwesend ist.

Das ändert sich zusehends mit dem laufenden Programm: Andy „Flash“ Poppek moderiert das Open Air und heizt die Stimmung noch ein wenig auf – er selbst ist bei zwei Bands dabei: bei Neu#Start als Gitarist und Gesang, bei Unveiling The Skies ersatzweise als Drummer. Nach der Band Reggea aus’m Saustoi, folgten Lost Rose, Human Shadows, Neu#Start, Leonic und Minga3.

Für jeden Zuschauer ist etwas dabei: schwungvoller Reggae, harter Rock, lockerer Hip-Hop und coole Pop-Musik. Als Headliner war Puerto Nico & das Team McFly am Start und einen gebührenden Abschluss bilden Unveiling The Skies als Late Night Special. Bei der Band Neu#Start gibt es auch eine kleine Abkühlung: die Jungs hatten vor ihrem Auftritt Wasserbomben vorbereitet, die sie nun während des Gigs in das Publikum werfen.

Ein kurzer Schock für Christoph: eine der Wasserbomben fliegt in das Häuschen, in dem sein Lichtmischpult steht und platzt genau über seinem Kopf auf. „Das ist natürlich ärgerlich, aber das kann passieren.“ sagt Burghart. Mit ein paar Handtüchern ist das Pult aber schnell wieder trocken. Einen kurzen Aussetzer hatte es allerdings trotzdem. „Das Display ging auf einmal aus und ich hatte schon Panik, dass es jetzt vorbei wäre. Aber dieser Zustand währte nur kurz, es hat noch alles funktioniert.“, ergänzt er nach der Wasserbomben-Attacke.

Trotz des nassen Zwischenfalls für die Technik, lief das Amper-Slam Open Air wie geschmiert. Die Bands feierten mit dem Publikum und machten ordentlich Stimmung an dem sonst so ruhigen See in Puch. Christoph Burghart, Sebastian Meisner und die Leute von der Crew sind am Tagesende zwar geschafft und müde, aber dennoch stolz und auch erleichtert, dass das Open Air so gut gelaufen ist.

„Erst dachte ich, wenn das so wenig Publikum bleibt, wäre das wirklich schade. Klar, es war brüllend heiß, in der Sonne will man da nicht freiwillig länger stehen als nötig. Aber am Ende waren es doch recht viele Leute, die sich das Spektakel angesehen haben. Ein wenig Bedenken hatte ich noch dazu, als die dunkelgrauen Wolken am Himmel auf uns zukamen. Natürlich waren wir auf so etwas vorbereitet, aber trotzdem ärgert das dann. War aber dann letzten Endes doch alles super.“, meint Christop Burghart, nachdem er ein letztes Mal die Lichter auf der Bühne zum finalen Song von der Band Unveiling The Skies aufleuchten lässt. Und trotz der anstrengenden zwei Tage meint Burghart lachend: „So schnell sind neun Monate Planung vorbei.“

Das Publikum verabschiedet sich nach dem Auftritt der letzten Band, die meisten gehen nach Hause – nur ein paar Leute sitzen noch unter dem großen Pavillon vor der Bühne: die Crew um Christoph und Sebastian, genießen ihren wohlverdienten Feierabend und stoßen auf das gelungene Open Air an. Christoph hatte auch auf der Bühne noch einmal seinen Dank ausgesprochen, an das Team vom Jugendzentrum Nord. Unter anderem wurden Uli Schwass und Johannes Mittermaier genannt, die freiwilligen Helfer und die Leute vom Pier 80, die das Publikum, die Bands sowie die Technik-Crew mit Getränken und Speisen versorgten. Am Sonntag geht es an den Abbau der Technik, aber für heute heißt es: „Der Letzte macht das Licht aus!"


Diesen Beitrag kann man auch in unserer pma-Ausgabe 06/17 nachlesen!