Heavy Metal auf dem Land: Das Trveheim-Festival 2017

Ein eigenes Festival mit allem was dazu gehört – diesen Traum haben sich zwei Jungs aus dem bayerischen Oberland letztes Jahr erfüllt. Mit kleinem Budget, dafür aber mit Leidenschaft und Herzblut haben sie das „Trveheim“-Festival auf die Beine gestellt, welches Heavy-Metal-Fans aus internationalen Regionen nach Bayern gelockt hatte. Dieses Jahr soll es weiter gehen: Ein zweites Festival, diesmal zwei Tage purer Heavy Metal.

Es ist ein heißer Tag in Hallbergmoos, die Sonne brennt auf die Felder und lässt die Luft über dem Asphalt wabern. Am Eingang des Geländes sitzen vier Leute mit „Trveheim“-Crew-Shirts und verteilen die Eintrittsbändchen. Mit Walkie-Talkies wird miteinander kommuniziert, damit die Zeit nicht unnötig durch das Hin- und Herlaufen zwischen Halle und Einlass verloren geht. Lennart, genannt Lenny, kommt vom Backstage-Bereich vor der Halle auf den Einlass zu. „Ganz schöner Stress, aber wenigstens passt das Wetter. Die ersten Leute sind schon seit den frühen Morgenstunden hier und haben ihre Zelte aufgebaut.“, schnauft Lenny und koordiniert die nächste Schicht am Einlass.

Tatsächlich passt das Wetter perfekt, ein wolkenloser blauer Himmel spannt sich über das Gelände vom Hausler Hof und ein Badesee direkt neben der Halle lädt zum Erfrischen im kühlen Nass ein. Die Stimmung ist gut, ob bei den Besuchern oder der Crew, die im Backstage-Bereich oder in der Halle herumlaufen und noch einmal alles checken. Marius und Konstantin stehen vor dem Halleneingang im Backstage-Bereich und kontrollieren, welche Bands wann vom Flughafen abgeholt werden sollen. Nein, wir befinden uns nicht in einer professionellen Festival-Location – wir befinden uns in Hallbergmoos, auf dem Hausler Hof um genau zu sein. Hier findet dieses Jahr das zweite Festival der Trveheim-Crew statt: Das „Trveheim Vol. 2“. Heavy Metal an zwei Tagen, mit Camping und Verpflegung.

Organisatoren des „Trveheim“ sind mitunter Lennart Hammerer und Konstantin Kárpáty, welche bereits letztes Jahr ein eintätiges Heavy-Metal-Festival auf die Beine gestellt hatten: „Trveheim Vol. 1“ im heimischen Otterfing. Es war ein großer Traum von Lenny und Konstantin, einmal ein eigenes Festival zu organisieren, den sie sich 2016 dann erfüllt hatten. Das Festival ging über einen Tag, Bands wie „Headstone“, „Forensick“ sowie den Szene-Urgesteinen „Demon“ und „Trance“ begeisterten die Fans durch scharfe Gitarrenriffs und donnernden Drums. Und auch Lenny und Konstantin standen mit ihrer Band „Skullwinx“ auf der Bühne, feierten mit den Bands und den Fans bis in die frühen Morgenstunden. Das Festival wurde tatsächlich ein absoluter Erfolg, für die Fans und auch für die Veranstalter.
Gepackt vom Erfolg des vorherigen Jahres wollen die Jungs es dieses Jahr noch einmal wissen: Das „Trveheim Vol. 2“ in diesem Jahr soll diesmal in Hallbergmoos stattfinden – zwei Tage lang purer Heavy Metal, mit Möglichkeit zum Campen und einem Badesee zur Erfrischung. Auf dem Gelände des Hausler Hofs ist genug Platz für die vielen Fans der Szene und das beste an einem solchen Event: Keine Nachbarn, auf die man bezüglich der Lautstärke Rücksicht nehmen muss. Besser geht es doch nicht!

Lennart „Lenny“ Hammerer hat sich kurz Zeit genommen, um mit uns ein paar Worte zu wechseln und über die Idee und Entstehung des „Trveheim“ zu sprechen.

pma: Herr Hammerer, Sie sind Mitorganisator des „Trveheim“-Festivals. Wie kam es zu der Idee, ein solches Festival auf die Beine zu stellen?
Lennart Hammerer: Eigentlich war die Idee, wie der Volksmund sagt "eine Schnapsidee", im wahrsten Sinne des Wortes. Anstoß hierfür war, dass Konstantin Kárpáty und ich uns schon lange darüber geärgert haben, dass es im Oberland kein richtiges Metal Festival gibt, erst recht nicht im Bereich des traditionellen Heavy Metal.
Durch Eigeninitiative und genügend Tatendrang haben wir es dann schließlich angepackt und angefangen, ein Festival zu planen und zu organisieren – mit eigentlich allem was dazu gehört: Bands, Location, Ticketverkauf, Sponsoren für die kulinarische Verpflegung und eine eigene Website für das Festival.
Allerdings ist die Größe und der Umfang des Festivals etwas eskaliert, von uns war es in der Form anfangs gar nicht geplant, es war uns nicht klar, dass so viele Leute kommen würden.

pma: Wie lief die Organisation des Festivals ab?
Lennart Hammerer: Anfangs wollten wir die Band „Steelwing“ als Headliner einsetzen, dazu noch ein paar gute junge Bands. Wir haben auch ganz frech bei unseren persönlichen Helden der Band „Demon“ angefragt, welche dann auch zugesagt haben. Da waren wir ganz aus dem Häuschen, haben dann auch noch einmal durchgerechnet, ob das finanziell zu stemmen ist – letzten Endes passte das noch gut in unserem Budget-Rahmen, da stand dann dem Festival nichts mehr im Wege.

pma: Das Festival lief im Jahr 2016 also sehr gut. War es für Sie nur logisch, dieses Jahr eine „zweite Edition“ zu organisieren?
Lennart Hammerer: Es hat sehr viel Spaß gemacht ein Event in dieser Klasse zu organisieren, keine Frage. Unser Ehrgeiz war mehr als nur geweckt und so wollen wir mit dem „Trveheim Vol. 2“ dieses Jahr noch einen drauflegen – diesmal an zwei Tagen und mit Camping-Möglichkeit. Das wird größer als letztes Jahr, da freuen wir uns wirklich sehr. Allerdings werden wir, die Band „Skullwinx“, dieses Jahr nicht mit auf der Bühne stehen.
Leider mussten wir aus dem Oberland raus, kein Landwirt wollte uns da seine Wiese als Camping-Grundlage überlassen – wohl auch einer der Gründe, warum es hier in der Gegend fast unmöglich ist, etwas Derartiges auf die Beine zu stellen. Wir sind also in den Münchner Norden „umgezogen“, aber nennen es immer noch das „südlichste Traditional-Heavy-Metal-Festival“. Sollten wir dieses Jahr auch wieder erfolgreich sein und den finanziellen Aspekt überleben, wird es auch nächstes Jahr ein „Trveheim“ geben. Ich denke, so lange wir das dann stemmen können, wird es immer wieder Fortsetzungen geben.

pma: Nachdem das „Trveheim“-Festival ein Event aus eigenem Interesse ist, stellt sich natürlich die Frage: mit welchem Budget wird hier gearbeitet?
Lennart Hammerer: (lacht) Also, ohne jetzt Zahlen zu nennen, muss ich schon zugeben, dass ich mein halbes Leben finanziell ruiniert wäre, sollten wir dieses Jahr wenig bis keine Tickets verkaufen. Aus mitunter diesen Gründen werde ich keine genauen Zahlen nennen. Es sei nur so viel versichert: für dieses Geld so ein Festival zu organisieren und dann auch durchzuziehen ist kein leichtes Unterfangen, aber wir stehen schon sehr gut da, was das Budget angeht.

Die Vorbereitungen des zweiten Kapitels

Ein paar Tage vor dem ersten offiziellen Festival-Tag, dem 25. August, finden sich die Jungs vom Trveheim mitsamt Helfern auf dem Hausler Hof ein und beginnen, den Aufbau zu planen und zu koordinieren. Jedes Helfer-Team hat eine Aufgabe, jeder weis was zu tun ist und vor allem in welchem Zeitrahmen – die Bauzäune müssen rund um das Gelände aufgestellt, die Campingplätze mit Absperrband markiert und die Zelte im Backstage-Bereich aufgebaut werden. Im Inneren der Halle wird die Technik installiert, jeder Scheinwerfer muss sitzen, jeder Lautsprecher soll optimal positioniert sein. Die Firma MME Showtec sorgt dafür, dass alles an den vorgesehenen Platz kommt, natürlich mit kräftiger Unterstützung des Trveheim-Teams.
Für die Beleuchtung während der Shows ist Benedikt Mahr von ETC vor Ort zuständig. Als Auszubildender ist es für ihn eine großartige Erfahrung, auf diesem Festival für die Lichttechnik verantwortlich zu sein – und das noch dazu vollkommen allein. Sein FoH hat er auf einem Balkon direkt gegenüber der Bühne eingerichtet, er hat einen perfekten Blick über die gesamte Fläche vor und auf der Bühne.

Wir haben Benedikt Mahr um ein Gespräch gebeten und uns mit ihm über seine Aufgabe auf dem Trveheim-Festival, sowie seine Aufgaben bei der Firma ETC unterhalten.

pma: Herr Mahr, Sie sind also für die Lichttechnik auf dem Trveheim Festival zuständig?
Benedikt Mahr: Ja, eigentlich bin ich im Technischen Service bei ETC, also ich repariere das Equipment, sei es eine Lichtstellkonsole, Scheinwerfer oder Dimmer. Dieses Wochenende bin ich allerdings hier für die Lichttechnik und die Steuerung verantwortlich. Es ist eine schöne Erfahrung für mich als Auszubildenden und ich freue mich sehr, dass ich auf diesem Festival mithelfen darf.

pma: ETC hat die Lichttechnik kostenfrei gestellt. Wie kam dies zustande?
Benedikt Mahr: Also die Ines Hammerer, die Mutter von Lennart, arbeitet auch bei ETC. In unserer Firma haben wir ein überschaubares Equipment-Lager, aus dem wir für Demos oder kleinere Veranstaltungen das benötigte Material schöpfen können und so an Händler kostenlos verleihen können. Aus eben diesem Lager haben wir für das Trveheim Leihgeräte zur Verfügung gestellt, was auch letztes Jahr schon der Fall war. Das hat also nicht irgendeinen besonderen Hintergrund.

pma: Da Sie alleine für die Lichttechnik hier verantwortlich sind, müssen Sie sicherlich auch auf vieles achten. Wie lief der Aufbau ab?
Benedikt Mahr: Aufgebaut wurde das alles nicht von mir oder den Helfern. Die Firma MME Showtec hat alles aufgebaut und installiert, alleine würde ich da wahrscheinlich morgen noch daran sitzen. (lacht) An dieser Stelle muss ich auch das Organisationsteam stark loben, da der Aufbau fast reibungslos funktioniert hat und ich so zeitnah mit meiner Arbeit beginnen konnte. Man darf selbst die kleinen Setups keinesfalls unterschätzen, es gibt da unglaublich viele Fehlerquellen, welche einen ganz schnell überrumpeln können.
Ich habe einiges der Lichtshow am Vortag schon programmiert, jedoch wird sie dann live von mir gefahren. Sehr von Vorteil ist mein Standort für die Lichtsteuerung: Ich wurde auf einem Balkon direkt gegenüber von der Bühne postiert, was mir einen super Blick auf die Bühne verschafft – so habe ich alles im Überblick und kann mir gleichzeitig noch die Show ansehen. Klar, wenn man alleine ist, ist man irgendwann müde und am Ende seiner Kräfte, jedoch wurde ich super verpflegt und die vielen Helfer munterten mich immer wieder auf.

pma: Was ist alles an Equipment mit dabei?
Benedikt Mahr: Ich steuere alles über eine Gio@5-Konsole (EOS Software) und einem 10er Motorized FaderWing. Allerdings bin ich da auch flexibel, da ich mit meinem Tablett und der Touch OSC Fernsteuerungs-Software auch von der Bühne aus testen kann, ob das Licht so passt, wie ich es eingestellt habe.
Das hat mir persönlich auch sehr zum Einleuchten der Bühne geholfen, da ich mich auf der Bühne bewegen konnte und trotzdem volle Kontrolle über meine @5 hatte. Ansonsten haben wir noch 12 Desire 40 davon sind acht Lustr+ und vier Vivid-Scheinwerfer mit dabei.

Der Startschuss zur Mittagsstunde

Ab mittags heizt die erste Band, „Nator“ aus Schwabhausen, die Stimmung auf dem Festival ordentlich an, die meisten Besucher strömen während des Auftritts in die Halle und feiern – die Stimmung ist gut. Gefolgt von Bands wie unter anderem „Saboteur, „Liquid Steel“, „Mass“ und dem Headliner des ersten Tages „Steve Grimmett’s Grim Reaper“ wird Heavy Metal in die sonst so ruhige Gegend um Halbergmoos gebracht. Die Besucher haben eine ausgelassene Stimmung, die Musik ist grandios und das Licht passt auch – vor allem als es draußen dunkler wird. Benedikt Mahr leistet gute Arbeit von seinem FoH aus, das Licht passt perfekt zu allen Songs und den Bands.

Hinter der Bühne hat die Crew des Trveheim-Festivals alle Hände voll zu tun: Bühnenumbau zwischen den Auftritten, alles muss passen und zeitlich im Rahmen sein, nichts darf schief gehen. Für die Übersicht des Zeitplans wurde auf der Bühne hinter einem Vorhang ein Bildschirm installiert, auf dem ein Countdown entweder die Umbauzeit oder die Spielzeit der jeweiligen Band anzeigt. Die Helfer hinter der Bühne sind hauptsächlich dafür da, dass die Bands alles schnell aufgebaut bekommen und der Soundcheck reibungslos abläuft. Die Helfer arbeiten mit den Bandmitgliedern zusammen und so dauert es nie lange, bis der Umbau fertig ist und der nächste Auftritt starten kann. 

Neben den technischen Aufgaben gibt es natürlich auch noch die Helfer an den Ausschank-Theken, die literweise Bier, Schnaps und andere Getränke an die Besucher verteilen. An den hinteren Bereichen der Halle, neben der großen Fläche vor der Bühne, hängen reihenweise Shirts und anderer Merchandise vom Trveheim, sowie auch von den Bands. An dem Kleidereck gegenüber können Platten, CD’s und sogar Kassetten erstanden werden. Es sieht fast wie ein kleiner Flohmarkt aus – nur eben mit reinem Heavy-Metal-Merchandise.

Außerhalb der Halle gibt es einen Innenhof, der mit großen Sonnenschirmen und den Biergarnituren sehr an einen Biergarten erinnert. Hier werden Burger, Pommes und andere Speisen verkauft und auch ein kleines Merchandise-Zelt steht neben den Biertischen. Ebenfalls im Innenhof: Das „Büro“ der Trveheim-Crew, wo die Arbeitspläne für die Helfer-Teams entstehen, die Ladestationen der Walkie-Talkies stehen und sich zu kurzen Teambesprechungen zusammengesetzt wird. Von hier aus koordinieren Lenny, Konstantin und Marius das Geschehen in und um die Halle.

In der Halle und im Außenbereich tummeln sich die Festivalbesucher, trinken Bier, essen Burger, besuchen das kleine Merchandise-Zelt neben der Biergarten-Anlage oder sitzen einfach nur zusammen und diskutieren – über Musik, verschiedene Genres, welche Band der Favorit ist und wie man in die Szene gekommen ist. Man knüpft Kontakte, sogar international: Ein paar Heavy-Metal-Fans sind schließlich auch aus dem Ausland angereist.

The Show must go on!

Der zweite Tag des Festivals beginnt mit den ersten Sonnenstrahlen, die den Campingplatz und die Halle vom Hausler Hof frühmorgens begrüßen. Manche der Festivalbesucher haben die Nacht durchgefeiert und laufen immer noch zwischen den Zelten herum – andere wiederum stehen auf und laufen Richtung Badesee, um sich eine Erfrischung zu gönnen. Während das restliche „Camp“ zum Leben erwacht, geht es in der kleineren Halle schon etwas mehr zu: Frühstück wird verkauft, es ist alles da, was ein Festivalgänger nach einer heftig durchgefeierten Nacht braucht – Kaffee und Brotzeit.

Nach der Stärkung und einem Sprung in das kühle Nass geht es für die meisten um punkt zwölf Uhr Mittags auch schon wieder weiter: Die Band „Satans Fall“ läutet mit ihrem Auftritt den zweiten Tag des „Trveheim“-Festivals ein und sorgt auch für die letzten Langschläfer für gute Stimmung. Trotz mancher müden Blicke feiert die Menge mit, auch das Trveheim-Team sieht zwar müde, aber zufrieden aus. Die meisten von ihnen haben bis spät in die Nacht noch gearbeitet, manche haben ihren wohlverdienten Feierabend genossen und mit den Besuchern zusammen gefeiert.
Spätestens aber bei den heftigen Klängen der Bands „Booze Control“ und „Toledo Steel“ werden auch die letzten Besucher wach und applaudieren mit den anderen mit.

Im Backstage-Bereich wird derweil Kaffee getrunken und die Planung für den Tag organisiert – welches Team macht was und wann wechselt man die Schichten. Marius Gilgenrainer ist der Koordinator der Trveheim-Crew, man sieht ihn des Öfteren durch die Halle laufen und er ist sehr konzentriert bei der Arbeit und behält einen kühlen Kopf bei entstehender Hektik. Alle wollen, dass das Festival ein absoluter Knaller wird und auf Nachfrage bei einigen Besuchern ist ihnen das bisher auch sehr gut gelungen.

Einen kleinen Schock gab es dann allerdings doch für die Crew: Während eines Auftritts springt die Feuermelder-Anlage an und schrillt durch die Halle, begleitet von rot blinkenden Alarmleuchten. Lenny sprintet zur Anlagen-Kontrolle und nach ein paar Handgriffen mit einem Mitarbeiter des Hausler Hofs ist der Alarm wieder aus – leider passiert dies noch ein paar Mal an diesem Abend, aber die meisten Fans bekommen dies gar nicht mit. Ein heißes Festival bringt eben auch eine heiße Stimmung mit sich!

Konstantin Kárpáty zu der unerwarteten Zwischeneinlage durch die Alarmanlage:
„Naja, man muss bedenken, durch die vielen Menschen und die Hitze der Scheinwerfer ist es ziemlich warm in der Halle, dazu kommen noch die Nebelmaschinen bei einigen Gigs. Da kann es schon einmal passieren, dass die Anlage losgeht, was natürlich ärgerlich ist – aber lieber so, als dass die Anlage gar nicht funktioniert. Sollte es wirklich mal brennen und die Feuermelder reagieren nicht, haben wir ein großes Problem.“
Es bleibt lediglich bei den kurzweiligen „Fehlalarmen“ und die Show läuft weiterhin super und wie geplant.

Am Samstag, dem zweiten Festivaltag, liefern Bands wie „Domine“, „Ostrogoth“ und die Headliner „Heathens from the North“ am zweiten Tag des Festivals grandiose Auftritte, alle sind hellauf begeistert – es ist ein voller Erfolg, ganz wie von den Organisatoren erhofft. Das Team vom Trveheim ist zufrieden, bei der Aftershow-Party am Samstagabend schallen noch bis tief in die Nacht Heavy-Metal-Klänge aus der Halle, bis hin zum Campingplatz. Daniel Junker ist ebenfalls Mitorganisator beim Festival. Er zeigt sich müde, dennoch ist er sehr zufrieden und begeistert, dass alles so reibungslos abläuft.

„Es ist so, dass wir vom Team bis in die frühen Morgenstunden damit beschäftigt sein werden, alles wieder abzubauen und sauber zu machen. Am Sonntag findet hier auf dem Hausler Hof noch eine andere Veranstaltung statt, bis dahin muss alles fertig sein und vor allem sauber.“, sagt Daniel während er im Backstage-Bereich ein paar Becher zum Spülen einsammelt.
Auch der Mitorganisator Kárpáty hat während der ganzen Hektik einen Moment Zeit, um ebenfalls einige Fragen zu beantworten.

pma: Herr Kárpáty, Sie sind Mitbegründer des „Trveheim“. Wie lange dauerte es vom Vorhaben bzw. der Idee des Festivals, über die Planung bis hin zum Trveheim-Festival selbst?
Konstantin Kárpáty: Also, für das Festival 2016, dem ersten „Trveheim“, hat es ziemlich genau ein Jahr gedauert – von der Idee bis zum „Trveheim Vol.1“. Dieses Jahr haben wir direkt eine Woche nach dem zweiten Festival, welches auch im Gegensatz zu 2016 zwei Tage stattfand, damit angefangen für nächstes Jahr zu planen. Ein paar Bands hatten wir vorher schon gebucht, das haben wir auch auf dem diesjährigen „Trveheim“-Festival ausgehängt, damit die Fans auch wissen, was 2018 auf sie zukommt.
Allerdings gönnen wir uns diesmal eine etwas längere Pause dazwischen. Im Oktober diesen Jahres geht es weiter mit den Planungen für das „Trveheim Vol.3“ nächstes Jahr, ein paar Bands, die sicher zugesagt haben, sind auch schon auf unserer Facebook-Seite veröffentlicht worden. Auf Dauer wird sich das einpendeln, denke ich. Man hat auch einfach weniger Aufwand, wenn eine gewisse Routine mit dabei ist.

pma: Wie viele Helfer waren beim „Trveheim Vol. 2“ mit am Start?
Konstantin Kárpáty: Meines Wissens sind es so um 35 Helfer dieses Jahr und ich bin jedem einzelnen dafür sehr dankbar. Ohne die Hilfe unserer Leute wäre das womöglich wirklich chaotisch geworden, allein bei den Vorbereitungen.(lacht)
Hauptsächlich sind unsere Freunde die Helfer, am Merchandise-Stand zum Beispiel, an den Bars und am Einlass vorne vom Gelände. Es ist eigentlich überall jemand von uns da, man sieht immer irgendjemand mit einem Trveheim-Crew-Shirt rumflitzen.

pma: Wie wurde das mit den Aufgaben geregelt? Gab es denn bestimmte Zuteilungsbereiche und wenn ja welche?
Konstantin Kárpáty: Wir haben Schichtleiter eingeplant, die dafür sorgen, dass jeder Helfer an seinem zugeteilten Platz ist. Im Endeffekt haben wir vier aus der Führung vom Trveheim e.V. alles geregelt. Lennart Hammerer ist beispielsweise für die Bandbetreuung zuständig, schaut dass die Bands alles haben was sie brauchen, Backstage oder auch hinter der Bühne. Marius Gilgenrainer und ich selbst achten darauf, dass wir im Notfall Leute neu zuteilen – sollte es irgendwo brennen und wir nicht genügend Leute an dem Ort des Geschehens haben. Auch wenn irgendetwas unklar ist oder etwas koordiniert werden muss sind Marius und ich, aber auch Daniel und Lennart zur Stelle. Daniel Junker ist quasi unser Springer, er wird da eingesetzt, wo wir ihn gerade brauchen.
Dazu kommt ein Bürochef, Leute am Bar-Bereich, am Bierausschank, ein paar Helfer an und auf der Bühne für den Auf- und Abbau zwischen den Auftritten, am Einlass, im Camp und natürlich auch Security-Leute. Die sind zwar von einer Fremdfirma, wir schauen aber selbst auch mal auf dem Gelände, ob alles in Ordnung ist und niemand Unfug treibt – egal ob Besucher oder Band.

Teamwork vom Feinsten

Selbst nach zwei Tagen Festival und Party ist keiner aus der großen Crew zu müde, nochmal mit anzupacken – sogar einige der Festivalbesucher zeigen sich hilfsbereit und sammeln den Müll auf dem Campingplatz mit Müllsäcken bewaffnet ein. Der Bereich um den Badesee wird ebenfalls noch einmal ordentlich gesäubert, die Bauzäune werden entfernt und der Boden der Halle sieht nach der Reinigung durch das Trveheim-Team aus wie neu.
Manchen von der Crew sieht man die Müdigkeit an, schließlich waren es mehrere Tage harte Arbeit, die sie für das Festival auf sich genommen haben – kurze Pausen, nur kurz etwas essen und dann geht es auch schon weiter. Die Planung und Organisation war gut durchdacht, alles wurde super umgesetzt und alle vom Team sind zufrieden.

„Es wäre wirklich super, wenn wir nächstes Jahr nochmal die Location nutzen könnten, dann würde zumindest die Hürde des Veranstaltungsortes überwunden sein. Wir werden uns im Laufe der nächsten Monate noch einmal mit dem Besitzer des Hausler Hofs zusammensetzen und dies bereden – jetzt wird sich aber erstmal ausgeruht, wenn wir alles wieder verpackt und verstaut haben. Das Team war super, die Helfer waren immer mit vollem Einsatz dabei, da sind wir sehr dankbar. Beim nächsten Festival, das hoffentlich 2018 stattfindet, sind wir auf jeden Fall auch wieder drauf und dran, ein ebenso geniales Spektakel zu organisieren.“, freut sich Marius Gilgenrainer und verabschiedet sich mit diesen Worten müde in den Sonntagabend.

„Trveheim Vol. 2“ war ein voller Erfolg – zwei Tage Festival mit guter Stimmung, fantastischen Bands und jeder Menge Spaß. Einige der Besucher versprechen, nächstes Jahr definitiv wieder mit dabei zu sein. Die Crew vom Trveheim ist stolz und zufrieden – vollkommen zu Recht, denn es schafft schließlich nicht jeder, mit einem kleinen Budget ein solches Ereignis auf die Beine zu stellen und dann auch noch mit einem solchen Erfolg!
Für dieses Jahr verabschiedet sich das „Trveheim“ samt Crew und Helfern, die letzten Besucher brechen ihre Zelte ab und machen sich auf den Heimweg – manche sogar bis nach Norwegen, Brasilien oder Kanada zurück. Und man sieht es mal wieder: Mit genug Ehrgeiz, einer großen Leidenschaft und Herzblut kann man auch als kleine Gruppe ein großes Festival aus dem Boden stampfen.

Ein Handschlag zum Abschied, ein Versprechen für ein drittes Festival und dann wird der wohlverdiente Feierabend für das „Trveheim“ mit einem entspannten Bier eingeläutet. Man darf also auf das "Trveheim Vol. 3" im Jahr 2018 gespannt sein, mit vielen neuen Bands und vielen Festival-Besuchern aus aller Welt.


Diesen Beitrag können Sie auch in unserer pma-Ausgabe 07/17 nachlesen!


Fotos: Lisa Schaft


www.trveheim.com

www.etcconnect.com

www.mme-showtechnik.de