EVVC sagt Nein zur Digitalen Dividende II

Mit Unverständnis reagiert der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren e.V. (EVVC) auf das vor kurzem veröffentlichte Eckpunktepapier der Arbeitsgruppe Verkehr und digitale Infrastruktur ...

Mit Unverständnis reagiert der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren e.V. (EVVC) auf das vor kurzem veröffentlichte Eckpunktepapier der Arbeitsgruppe Verkehr und digitale Infrastruktur. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion äußert sich darin zum Ausbau mobiler Breitbandnetze. Um diesen und somit die Verfügbarkeit von schnellem Internet auch in ländlichen Regionen voranzutreiben, fordert die CDU/CSU-Fraktion die kurzfristige Versteigerung des 700-MHz-Frequenzbandes.

Im Gegensatz zu den Annahmen der CDU/CSU wird jedoch dieses Frequenzband nicht nur durch den Rundfunk genutzt: Das Band ist der Frequenzbereich, welcher der mobilen Mikrofonie nach der Digitalen Dividende I im Jahr 2010 durch die Bundesnetzagentur zugewiesen wurde. Dies geschah, nachdem der 800-MHz-Bereich gewinnbringend versteigert worden war; drahtlose Mikrofone nutzten die Frequenzen.

„Ein Kompromiss ist unerlässlich“

Entgegen allen Empfehlungen der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft sollen nun Frequenzbereiche zugunsten des lukrativen Breibandausbaus für schnelles Internet versteigert und somit dem Arbeitsbereich von Stadt- und Mehrzweckhallen, Theatern oder Universitäten entzogen werden. "Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit des Breitbandausbaus ist es nicht akzeptabel, dass die Veranstaltungs- und Kulturwirtschaft, insbesondere aber die Veranstaltungshäuser, bei der Vergabe der Funkfrequenzen den Kürzeren ziehen. Einen langfristigen Kompromiss zu finden, der allen betroffenen Interessensgruppen dient, ist unerlässlich", erläutert EVVC-Präsident Joachim König.

Bereits nach der Digitalen Dividende I im Jahr 2010 mussten Veranstaltungshäuser Milliarden investieren, um ihr technisches Equipment den neuen Gegebenheiten anzupassen und so die neuen Frequenzen nutzen zu können. Die derzeitige Situation hinsichtlich der Frequenzressourcen lässt die Branche sorgenvoll in die Zukunft blicken, da laut EVVC saubere und belastbare technische Alternativen fehlen. „Für die Politik kann dieses Vorgehen nicht von Interesse sein, denn bei jeder politischen Veranstaltung sind drahtlose Mikrofone im Einsatz“, so König. „Es ist für mich absolut unverständlich, warum die Arbeitsgruppe Verkehr und digitale Infrastruktur der CDU/CSU völlig konträr zu den Interessen ihrer eigenen Staatsministerin für Kultur und Medien im Bundeskanzleramt, Frau Professor Grütters, handelt. Diese wiederum kämpft ausdrücklich für die Belange der Kultur- und Kreativwirtschaft und hat deren Bedeutung erkannt. “

www.evvc.org