Drahtlostechnik 2016: Sennheiser setzt auf Service

Ab 2016 gelten neue Regelungen für die genutzten Frequenzen für Drahtlostechnik. Sennheiser will Anwender sowohl bei der Umfrequentierung als auch der Neuanschaffung unterstützen.

Zum 31. Dezember 2015 endet die Verfügung 91/2005 über die „Allgemeinzuteilung von Frequenzen für drahtlose Mikrofone für professionelle Nutzungen in den Frequenzbereichen 790 bis 814 und 838 bis 862 MHz“. Dese bislang zulassungs- und kostenfreien Frequenzbereiche können von vielen Anwendern ab Beginn des Jahres 2016 nicht mehr anmeldefrei genutzt werden.

Betreibt man weiterhin Funkstrecken in den genannten Bereichen, kann die Bundesnetzagentur Verstöße mit Bußgeldern ahnden. Massive Störungen durch Up- und Downlinks der Mobilfunkanbieter sind zu erwarten, beispielsweise bedingt durch LTE-Sendemasten. Sennheiser kennzeichnet zukunftssichere Funkanlagen mit dem Siegel „DD ready“: Der Hersteller verspricht Premium-Service sowie eine erstklassige Beratung für jede drahtlose Audioübertragung gemäß der aktuellen Gesetzeslage.

Neue Frequenzsituation im Überblick

Für den gewerblich- und fachmännisch-ausgeübten Einsatz sind unter bestimmten Voraussetzungen voraussichtlich bis Ende 2017 so genannte „optionale Zusatzkapazitäten“ verfügbar, die in den Bereichen von 758 bis 788 Megahertz (MHz) beziehungsweise 791 bis 821 MHz angesiedelt sind. LTE darf im Anwendungsfall jedoch nicht auf diesen Frequenzen betrieben werden. Besitzer von Funkstrecken, die bislang den Frequenzbereich 790 bis 814 MHz oder 838 bis 862 MHz verwendet haben, können bei Erfüllung festgelegter Kriterien eine Entschädigung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle im Referat 416 beantragen.

Schauspielhäuser, Sportstadien, Messen, professionelle Tourproduktionen und andere Anwender, die mit drahtlosen Produktionseinrichtungen den Frequenzbereich von 790 bis 814 MHz beziehungsweise von 838 bis 862 MHz genutzt haben, können in sichere Bereiche ausweichen – beispielsweise in die Areale zwischen 470 und 608 sowie zwischen 614 und 703 MHz. Eine weitere Option ist die so genannte „neue Mittenlücke 700“, die sich von 733 bis 758 MHz erstreckt und nach Anmeldung beansprucht werden kann.

Ein Beispiel für die Umstellung ist das Staatstheater Nürnberg: Es hat seine Drahtlostechnik während des laufenden Spielbetriebs gegen Störungen durch LTE gesichert. Boris Brinkmann, der die Abteilung Ton- und Videotechnik leitet, sagte: „Wir mussten mit unserem Equipment gemäß der angesetzten Aufführungen ein wenig jonglieren – den Zeitplan dafür haben wir mit den Mitarbeitern des Sennheiser-Servicecenters in Barleben perfekt getaktet.“

Entschädigungsregelung

Eigentümer von Funkanlagen mit einer Frequenzzuteilung, die vor dem 31. Dezember 2015 ausgestellt wurde, haben die Möglichkeit auf eine Entschädigung. Betroffen sind Funkanlagen im Frequenzbereich 694 bis 790 MHz.

Voraussetzung ist, dass die Anschaffung zwischen dem 1. Januar 2012 und 31. März 2015 stattfand und die ursprüngliche Nutzbarkeit nicht mehr möglich ist. Bei der Entschädigung werden entweder der wirtschaftliche Restwert oder die Umbaukosten auf neue Frequenzen erstattet. Weitere Informationen können der Website des Bundesanzeigers entnommen werden.

www.sennheiser.de