Digitales Bauhaus – Das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM)

Rund 25 Ausstellungen und mehr als 100 Einzelveranstaltungen jährlich gibt es im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe. Medienkunst trifft an diesem als weltweit in dieser Form einmalig geltenden Ort auf Wirtschaft und gesellschaftliche Realität.

Das 1989 gegründete und 1997 eröffnete ZKM, das auch eine Mediathek und zwei wissenschaftliche Forschungsinstitute unter seinem Dach beherbergt, präsentiert auf einer Ausstellungsfläche von insgesamt fast 15.000 Quadratmetern aktuelle Entwicklungen in Kunst und Gesellschaft in den unterschiedlichsten medialen Formen und Verfahren.
In diesem Jahr hat das ZKM, das von Zeitgenossen mitunter auch als „Digitales Bauhaus“ bezeichnet wird, beispielsweise junge Talente der internationalen digitalen Szene eingeladen, mit digitalen Technologien und neuen Kunstformen an der Schnittstelle von Kunst und Kommunikation zu experimentieren, neue Wege der künstlerischen Praxis außerhalb institutioneller Grenzen zu erproben.

Die „Web Residencies“ sind ein Gemeinschaftsprojekt in Zusammenarbeit mit der Akademie Schloss Solitude Stuttgart. Seit etwa zwei Jahren ist das ZKM Karlsruhe assoziierter Partner im internationalen »Erasmus-Masters-Programm Media Arts Cultures» der Donau Universität Krems, der Aalborg Universitet (Dänemark), der Uniwersytet Lodz (Polen) sowie der City University of Hong Kong.

Positiv reden machte das ZKM im vergangenen Jahr beispielsweise als Veranstalter des Festivals CODE_n, das sich mit den Auswirkungen der digitalen Disruption auseinander setzte und digitale Pioniere und innovative Querdenker nach Karlsruhe lockte. Und die von Kurator Peter Weibel initiierten Schlosslichtspiele begeisterten erst kürzlich wieder mehr als 250.000 Besucher aus der ganzen Welt. Wenn die Entscheidungsgremien zustimmen, wird es im kommenden Sommer die vierten Schlosslichtspiele geben.
Das Institut für Musik und Akustik (IMA) im ZKM ist zugleich Arbeits-, Produktions- und Aufführungsort. Regelmäßig präsentieren die dort Wirkenden die Ergebnisse der künstlerischen Arbeit durch Aufführungen, Publikationen und Editionen einem interessierten Publikum.

Neben der Akusmatik beschäftigt sich das IMA mit Themenfeldern wie Sound Art, Noise, Live-Elektronik, 3D-Sound und Sound Environments, Psychoakustik oder Audiovisualität. Auch die Verbindung von Klang und der Bewegung des menschlichen Körpers wird erforscht. Ein weiterer wichtiger Arbeitsschwerpunkt des IMA ist das Thema Raumklang. Vor allem um immersive Projektionsumgebungen kümmer sich das Institut für Bildmedien. Produktionen und Arbeitsergebnisse werden national und international bei Ausstellungen und Festivals, Publikationen und Konferenzen der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Neben dem Ausstellungs- und Forschungsbereich wird das Zentrum als Eventlocation für Tagungen, Seminare und Meetings stark nachgefragt.

„Im Spannungsfeld zwischen Kunst und Architektur bietet das ZKM einen besonderen Veranstaltungsrahmen, der nicht nur ein außergewöhnliches Ambiente vermittelt, sondern darüber hinaus auch technisch hohen Ansprüchen gerecht wird“, betont Wolfgang Knapp, im ZKM für die Eventplanung verantwortlich.

So bietet der Lichthof Platz für bis zu 800 Personen. Im Medientheater des ZKM im Erdgeschoß, das sich im Lichthof 6 neben dem Eingangsfoyer befindet, lassen sich Bühnenaufbau und die Bestuhlung des Raumes nach Bedarf variabel gestalten, hier können Kongresse, Kundenveranstaltungen, Multimediaproduktionen und -aufführungen gleichermaßen durchgeführt werden.

Im Lichthof 7 befindet sich das Foyer des ZKM, das als exklusiver Ort für Empfänge und Festveranstaltungen beliebt ist. Auch eine Bühne etwa für ein Rahmenprogramm lässt sich dort aufbauen. Im Erdgeschoss im Lichthof 6 steht zudem ein Vortragssaal zur Verfügung. Dort können beispielsweise Pressekonferenzen, Produktpräsentationen oder Workshops abgehalten werden. Der Saal verfügt über eine multifunktionale Zuschauertribüne, die flexibel gestaltet werden kann.

Im zweiten Obergeschoss schließlich gibt es noch einen kleinen Seminarraum für bis zu 16 Personen. Im letzten Quartal des Jahres bietet das ZKM noch Spannendes, etwa die Ausstellung „Open Codes“, sie beschäftigt sich mit den sozialen, politischen und gesellschaftlichen Folgen zeitgenössischer Digitaltechnologien wie Robotik, Künstliche Intelligenz oder Bio-Design.

Bis Anfang Dezember läuft das Festival „inSonic2017: Immersive Future“, mit dem das ZKM zusammen mit dem Pariser IRCAM-Institut und der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) einen kritischen Diskurs zu den immersiven Zukunftstechnologien befördern will.

Diesen Beitrag können Sie übrigens auch in unserer pma-Ausgabe 07/17 nachlesen!


www.zkm.de