Die Münchner Reithalle – Bühne mit historischem Charme

Die Reithalle im Westen Münchens ist ein beliebter Veranstaltungsort: Ob Firmengala oder Familienoper, in der Heßstraße 132 scheint alles möglich. Wo früher königliche Gefolge gestanden haben, geben sich heute Modedesigner, Kulturinstitutionen und Automobilhersteller die Klinke in die Hand. Ein neues Konzept soll die Halle in ihren Funktionen erweitern.

Im Oktober 2016 war es wieder so weit: Die Reithalle Veranstaltungs GmbH & Co. Betriebs KG stellte dem Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz erneut ihre halle zur Verfügung. Anlass war die Wiederaufnahme des Balletts „Frankfurt Diaries“ mit der weltbekannten Choreographie „One Flat Thing, reproduced“ von William Forsythe. Das Theater ist seit der Sanierung seiner eigenen Spielstätte sozusagen Dauergast in der Münchner Reithalle.
Doch nicht nur das Gärtnerplatztheater gastiert regelmäßig in der Reithalle, auch namhafte Unternehmen wie Escada, Gucci sowie BMW, Media Markt und Siemens stehen auf der langen Liste der temporären Mieter.

Automobilhersteller Mercedes Benz präsentierte dort seinen SLK, der hiesige Kunstmann-Verlag feierte in der Reithalle sein 40-jähriges Bestehen. Selbst eines der Kultur-Zugpferde des Freistaats, die Bayerische Staatsoper (BSO), nutzte die Reithalle im Rahmen der diesjährigen Münchner Opernfestspiele: Die „Festspiel-Werkstatt“ bot zeitgenössischem Musiktheater erneut eine Bühne. Ihr Programm umfasste Uraufführungen, aber auch Video- und Lichtinstallationen. Zuvor hatte die BSO auch schon familientaugliche Stücke wie „Pinocchio“ in der Halle ausgerichtet.

Veranstaltungen mit Flair

Geht man mehr als 100 Jahre zurück in der Geschichte der Reithalle, erfährt man von ihrer ursprünglichen Ausrichtung: Nach Angaben der Betreiber wurde das Gebäude im Jahr 1894 als Exerzierhalle des Königlich-Bayerischen Regiments „Kronprinz“ errichtet. Architektonisch ist die Reithalle mit ihren Rundbogenfenstern der Romanik zuzuordnen. Ihr Stirnholzboden im Foyer dient seit der Erbauung der Wärmeisolierung. Die Dachbinder-Struktur des offenen Dachstuhls ist denkmalgeschützt, das Gebäude seit 1994 renoviert.

Mit 120 Pkw-Parkplätzen auf dem Gelände, einem Lkw-Stellplatz und – nach Absprache – einem Bus-Parkplatz bietet die Location viel Platz für Besucher, Crews und Equipment. Der Veranstaltungsraum kann ebenerdig genutzt werden, die Versenkung ist bis zu 90 Zentimeter tief. Mit Stoffen kann man die Halle abhängen, um sie zu verkleinern oder optisch zu unterteilen. Die Grundfläche ist 1.200 Quadratmeter groß. Personal, Produktionsbüro und Künstlergarderoben stellt die Betriebsgesellschaft der Reithalle auf Anforderung zur Verfügung. 

Neuaufstellung

Dagmar Hahn, die Geschäftsführerin der Reithalle Veranstaltungs GmbH & Co. Betriebs KG, sagte: „Die Reithalle – mit ihrer schönen Architektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts – ist äußerst wandelbar und kann vielen Arten von Veranstaltungen den passenden Rahmen geben.“ Aufwendige Präsentationen und Lesungen, Symposien oder rauschende Feste, dies alles sei möglich. „Unser Team ist klein und flexibel und je nach Veranstaltung erweiterbar. Die Neuaufstellung unseres Teams sowie auch die Ausstattung an eigener Technik werden wir nach der langen Phase, in der die Reithalle als Ausweichspielstätte des Gärtnerplatztheaters diente, neu konzipieren.“

Anspruch der Reithalle „war immer die spannende Mischung – keine Berührungsängste zwischen Hochkultur und Kommerz, zwischen Partyvolk und Business“, erklärte Hahn. Zwei der wichtigsten Veranstaltungsformen an dem Venue: Theater und Kunst. „Wir freuen uns auf den Relaunch der Reithalle als multifunktionalen Veranstaltungsort in der zweiten Hälfte 2017. Bis dahin sind allerdings noch einige Produktionen in der geschichtsträchtigen Halle geplant.


Diesen Beitrag können Sie übrigens auch in unserer pma-Ausgabe 08/16 nachlesen!


www.reithalle-muenchen.de