"Die kleine Meerjungfrau" in neuem Licht

Das Team von Painting with Light kreierte, zusammen mit Luc Peumans, ein dramatisches Lichtdesign und lieferten Medienserver für eine groß angelegte Produktion von Disneys „Die kleine Meerjungfrau“. Auf der Flanders Expo in Gent, Belgien, wurde diese Aufführung von Marmalade Content inszeniert.

In der gleichen Rolle hatte Luc bereits in Marmalades 2016 an der „Beauty and the Beast“-Produktion mitgewirkt und freute sich, wieder mit dem Bühnenbildner Stefan Haudenhuyse und dem Regisseur Frank Van Laecke zusammen zu arbeiten. Der technische Direktor war Bart De Coensel von The Production Box.

Der kreative Prozess begann mit einer Brainstorming-Session zwischen Luc und den Produzenten Frank und Stefan, aus denen dieser grundlegende ästhetische Rahmen hervorging. Luc begann anschließend damit, die Beleuchtungskonzepte zu entwickeln. Ein Unterstreichungsthema war, es sowohl in Bezug auf die Wirkung als auch auf die Präsenz „spektakulär“ zu gestalten, so dass das Publikum vollständig in die Handlung eintauchen konnte.

Luc erklärte: „Ich wollte grundsätzlich ein episches Gefühl vermitteln. Dies war der Ansatz, der mit einer 40 Meter breiten Bühne und einem riesigen LED-Bildschirm im Bühnenbereich realisiert wurde. Beides war für die Szenerie unerlässlich, denn nur so konnte es etwas Besonderes werden.“

Außerdem wollte Luc sicherstellen, dass es eine klare Abgrenzung zwischen den beiden Welten gibt – über und unter Wasser. Er bezog sich auf frühere Little Mermaid-Produktionen, einschließlich der Schwarzlicht-Produktion, die er vor einigen Jahren durchgeführt hatte. Damals wurden die Unterwasserabschnitte in der Show oftmals als dunkel und launisch interpretiert.
Für diese Produktion wollte er jedoch, dass die Unterwasserszenen hell und magisch sind – blühend und voller positiver Energie.

Ein Netzwerk von Fachwerken wurde auf dem Dach der Halle 8 des Flanders Expo Veranstaltungszentrums installiert. Auf der Bühne wurden von Luc 24 Exemplare der Robe BMFL Spots positioniert, die er wegen ihrer Kraft und Präzision ausgewählt hatte. Acht wurden jeweils über drei Binder geriggt, um den Effekt der digitalen Szenerie auszuweiten und Gobos und Texturen auf die szenischen Elemente der Bühne und darüber hinaus zu projizieren. Die wichtigsten, hart umrandeten, Scheinwerfer auf dem Beleuchtungsplan waren Martin MAC Vipers. Diese wurden für alle wichtigen Specials verwendet und auf drei verschiedenen Ebenen an der Vorderseite und den fortgeschrittenen Traversen positioniert.

An den Seitenleitern wurden 36 MAC Viper Perfomances angebracht, 18 pro Seite. So sorgten sie für eine ideale und starke Querbeleuchtung. Auch hier wurden sie wegen ihrer beträchtlichen Wurfdistanzen nach ihrer Intensität ausgewählt. Über mehrere Binder verteilt beleuchteten außerdem noch 32 Viper-Profile die 3D-Szenerie vor der LED-Wand, welche auf Korallen und anderen Meeresboden-Gesteinsformationen gestylt wurde.
Luc war bestrebt, die Aufregung zu erhöhen, in dem er „Oberflächenwasser“-Beleuchtungseffekte nutzte – also die schimmernden, durchdringenden Strahlen, die man sieht, wenn man sich tatsächlich unter Wasser befindet und an die Oberfläche schaut.

„Sie haben eine ephemere, sich ständig verändernde und sehr unverwechselbare Qualität. Etwa, das vergänglich, flüssig und faszinierend ist.“, beschrieb er. Um diesen Look zu erreichen, entwarf er einige individuelle Beleuchtungs-Pods.

Jeder der 14 Pods enthielt sieben URF Ledzoom 210 Scheinwerfer und vier Robe Pointes, die als vielseitige, wirklich große Lichtquellen in festen Positionen über der Bühne eingesetzt werden konnten.
Die Leuchten konnten zudem extrem weit oder direkt herausgezoomt werden, sodass sich schmale Stiftbalken ergaben. Sie dienten somit als ausgezeichnete Überwasserquellen für die Ozeanszenen. Es waren interessante Kombinationen möglich, indem die URC-Ledzooms in einer Farbe und die Pointes in einer komplementären oder kontrastisierenden Farbe kombiniert wurden. Sie ermöglichten es Luc, die Richtung des Lichts in das Wasser zu verschieben und bei Bedarf auch als Gegenlicht zu verwenden.

Neben all diesen kleinen aber dennoch aufwändigen Effekten beleuchtete Luc außerdem noch einen 40 Meter breiten Wasservorhang mit 72x URC Power LED Streifen auf der Bühnenunterkante. Dies war ein Vehikel der visuellen Trickserei, welche die Schiffswrack-Szene mit harten Strobes und donnernden Sound FX noch mehr Leben einhauchten. Robes neue RoboSpot Remote-Follow-Spot-System wurde ebenfalls eingesetzt, zusammen mit elf BMFL-Spots auf dem Rig als Follow-Spots – diese wurden über drei RoboSpot-Basisstationen gesteuert.
Dies brachte eine hohe Anpassungsfähigkeit in Bezug darauf, welche Armaturen für welche Künstler verwendet werden konnten. Luc konnte dadurch die Highlights mit den Höhepunkten sehr genau nur auf den Künstlern projizieren, ohne die großen Bereiche von Lichtverschüttungen zu beleuchten.

In der Szene, in welcher Ariel von der Bühne zum FOH „flog“ (bzw. schwamm), konnte Luc zwei der BMFL Blade-Spots dicht verschlossen nutzen, um einen schmalen Briefkastenschacht zu erschaffen, der ihrer „Flugbahn“ folgte.
Die Verwendung des RoboSpot-Systems ermöglichte auch die Anpassung der Hintergrundbeleuchtung an eine größere Auswahl an Komplementärfarben. Zusätzlich zu all diesen Vorteilen lohnt sich der geweckte Ehrgeiz, neue Technologien erfolgreich einzusetzen. Die Beleuchtung lief auf einer von Niels Huybrechts programmierten grandMA2-Konsole und wurde von Jochen Kerkhofs für den Showauftritt betrieben.

Fünf große Seifenblasenmaschinen und acht kleine wurden über dem Publikum positioniert, um den Raum mit tausenden Unterwasserblasen zu füllen. Das Produktions-Team stellte viele Herausforderungen – an die Beleuchtung und auch an die Zeit, diese komplexe und technisch anspruchsvolle Show zusammenzubringen. Der Zeitraum zwischen dem Beginn des Einsteigens und der Presse-Nacht betrug nur 20 Tage. Nachdem die Beleuchtung und alle anderen technischen Elemente, einschließlich der von WIcreators installierten Automationssysteme, installiert waren, folgten vier Tage „trockener“ technischer Proben ohne Besetzung. Darauf folgten sechs Tage voller Technik mit Besetzung auf der Bühne, mit nur vier Generalproben – kurz darauf kam auch schon die Eröffnungsnacht.

Die gesamte Beleuchtung wurde von dem führenden belgischen Verleihspezialisten Phlippo Showlights geliefert. Luc sagte:
„Es hat uns allen sehr viel Spaß gemacht, an einer weiteren sehr detaillierten Show von Marmalade zu arbeiten. Hier stehen Produktionswerte ganz weit oben auf der Agenda. Es gab ein fantastisches Team und eine ausgezeichnete Stimmung – was die Begeisterung und Popularität der Produktion mit der Öffentlichkeit widerspiegelte.“


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