„Der Riese träumt“ in den Swarovski Kristallwelten

Der Riese ist wohl die bekannteste Figur in den Kristallwelten und befindet sich direkt an deren Eingang. Dieses Jahr heißt es vom 19. Januar bis zum 18. Februar „Der Riese träumt“. Hintergrund ist hierbei der geschichtliche Aspekt, dass dieser Riese alle 1.000 Jahre groß träumt. Diesem Fakt entsprechend drehte sich beim Lichtfestival 2018 alles um die Träume des Riesen, welche in drei Akten mit Hilfe der beliebten Swarovski-Tiere erzählt wurden.

Das von der Agentur onliveline/Petra Lammers konzipierte Storytelling wurde von Björn Hermann Lichtdesign eindrucksvoll in Szene gesetzt. Der Designer gestaltet das Lichtfestival selbst bereits seit einigen Jahren und weis, was das Publikum verzaubert. Der 1. Akt der Geschichtenerzählung spielt sich direkt am träumenden Riesen ab, der die Besucher in die 16 Wunderkammern lockt. Einige dieser Kammern sind von Hermann mit interaktiven Lichtelementen und –entdeckungen umgestaltet worden.

Mit ELATION Proteus Hybrid erwacht die Qualle zum Leben
Der 2. Akt an der Kristallwolke beginnt beim Verlassen der Wunderkammern. Die Wolke wird hier als Ozean interpretiert – es ist der größte und längste Akt der Show. Er handelt unter anderem vom Kampf des Riesen mit der bösen Urqualle Leviathan. Ein einziger Proteus Hybrid von ELATION Professional kommt hier zum Einsatz, der allerdings auch eine tragende Rolle in der Geschichte spielt. Die 2 x 2 Meter große Qualle mit langem Schweif ist in dem dort befindlichen See platziert worden.

Es ist der Strahl des Proteus Hybrid, der ihr Erwachen darstellt. Es war der ausdrückliche Wunsch des Kunden, in der Installation ohne Airdomes zu arbeiten, um die magischen Eindrücke nicht mit schnöder Technik zu beschädigen. Genauer gesagt, sollte die Lampe in der Qualle überhaupt nicht zu sehen sein. Laut Hermann war hier schnell klar, welche Lampe den Job bekommen sollte:
„Es gibt derzeit keine andere IP-zertifizierte Beamlampe am Markt mit der Helligkeit eines Proteus Hybrid. Dieser Scheinwerfer erzählt die Geschichte der Qualle, steht dabei vier Wochen komplett im Wasser und läuft einwandfrei“, erläutert Hermann.

Hinter dem Riesen, bei einem großen Labyrinth, wird die Geschichte schließlich im dritten Akt zu Ende erzählt. Hier kommen Leuchtstangen zum Einsatz, die Personen darstellen sollen, die sich gegenseitig etwas „zuflüstern“.
Jede Station verfügt über eine eigene Audioinstallation, die Texte, Musik und Sounds ausgibt. Jede Show dauert circa eine Dreiviertelstunde mit fünf Gesamtdurchläufen pro Tag.

28 Drahtlos-Universen mit LumenRadio angesteuert
Die verschiedenen Lichtinstallationen des Festivals sind erwartungsgemäß hochkomplex. Bemerkenswert ist, dass – abgesehen von einigen auf einem Hügel platzierten Beamlights, die für die großen Lichtbilder sorgen – alle Scheinwerfer drahtlos angesteuert werden. PRG, der technische Gesamtdienstleister des Lichtfestivals 2018, stand vor der Herausforderung, sage und schreibe 28 Universen per Funk anzusteuern. Hierfür kamen 28 LumenRadio-Sender des Typs CRMX Nova FX zum Einsatz, die jeweils ein Universum ausspielten. Je nach erforderlicher Reichweite wurden 3dBi- oder 5dBi-Antennen genutzt.

Das große Drahtlos-Setup war nötig, da eine Vielzahl von ausschließlich über Drahtlos-DMX addressierbaren LED-Pixeltubes zum Einsatz kam. Sebastian Schurr von SLT Media.Net, der verantwortliche Funk- und Netzwerktechniker, erläutert: „Im Prinzip ist das Setup sehr einfach. Es gibt zwei Batterien von jeweils neun Sendern, die als Ausspielwege für jeweils 50 der LED-Pixeltubes fungieren. Jede Tube verbraucht 80 DMX-Kanäle. Hier musste ich alle Sender manuell einstellen, um eine Kanalüberlappung der Sendefrequenz zu vermeiden. Die übrigen zehn Sender habe ich über das ganze Gelände verteilt, um alle übrigen Lampen anzusteuern. Die Positionen der Sender im Park habe ich vor dem Aufbau mit Hilfe eines CAD-Plans genau berechnet. Da LumenRadio ja eine Frequenz von 2,4 GHz nutzt, kann ich hier auf eine Software zurückgreifen die eigentlich zur Kalkulation von WLAN-Systemen dient. Diese Vorplanung hat uns später einiges an Arbeit und Ausprobieren auf der Baustelle erspart.“

Die Entscheidung für LumenRadio sei aufgrund von guten Erfahrungen gefallen: „Die Produkte von LumenRadio leisten zuverlässig ihren Dienst und sind wenig störungsanfällig. Zudem bietet LumenRadio mit der kostenlosen SuperNova-Software die Möglichkeit, mehrere Sender gleichzeitig zu managen und zu überwachen“, ergänzt Schurr.

Fünf mal Hog 4 als „Schaltzentrale“
Ähnlich wie im letzten Jahr, kommen 2018 zwei High End Systems Fullboar 4, eine in der Hauptregie und eine weitere im Serverraum platziert, und drei HedgeHog 4 Network, im Garten verteilt, als Pulte zum Einsatz. „Aufgrund der guten Erfahrungen mit den Pulten im letzten Jahr, haben wir uns erneut für das Bewährte entschieden. Außerdem wollte ich unbedingt wieder meinen Wunsch-Operator Michael „Mayli“ Mayler dabei haben – und der ist nunmal ein Hog-Mann“, lacht Hermann. „Bei solch speziellen Projekten stelle ich mich auch gerne mal selbst ans Pult und nehme Einstellungen vor. Hier kann ich direkt eingreifen und Mayli unterstützen.“

Das Konsolen-Netzwerk verwaltete neben dem Licht auch zehn verschiedene Timecodes, Midi-Noten für interaktive Lichtshows und per Art-Net die Animationen eines Riesenrads. In dreieinhalb Nächten konnte das Team um Björn Hermann die Programmierung abschließen.

Leadagentur des Projektes ist StudioNOW aus Berlin. Für die Konzeption seitens der Agentur zeichnet Oliver Diem verantwortlich. Die Projektleitung liegt bei Dirk Birk. Neben Björn Hermann (Lichtdesign und Konzeption) und Petra Lammers (Regie und Konzeption), begleiten Michael Mayler als Lichtoperator, Sebastian Schurr als Netzwerk- und Funktechniker, Matt Flores als Komponist und Hansjörg Wenzel als Toningenieur das Projekt.


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