Das Sennheiser evolution e 602-II als „Mikrofon des Monats“

Das e 602-II, Sennheisers Mikrofon des Monats Dezember (happyevolution.com), holt mehr aus der Kickdrum heraus: druckvollere Bässe, präziseren Attack und transparentere Höhen. „Es gab diesen Trend, der nach einem ‚modernen‘ Klang bei der Bass Drum verlangte, also nach mehr Auflösung, mehr Offenheit und vollerem Klangumfang“, erinnert sich Sebastian Schmitz, Portfoliomanager bei Sennheiser.

Auf dem Schreibtisch vor Sebastian Schmitz liegen neben dem e 602-II noch zwei weitere Mikrofone: ein e 602 und ein MD 421. „Ohne diese beiden würde es das e 602-II nicht geben.“ Fragende Blicke. „Naja, spezielle Mikrofone für die Abnahme von Bass Drums sind noch relativ jung. Sie kamen erst Mitte der 80er Jahre auf. Zuvor wurden Bass Drums meist von Allround - Mikrofonen abgenommen – sowohl im Studio als auch live“, erklärt Schmitz. „Eines davon war unser MD 421, das dabei sehr gute Ergebnisse lieferte.“ Kein Wunder, zählt doch das MD 421 bis heute zu den bekanntesten und vielseitigsten Mikrofonen der Welt.

„Wir haben dann bei der Entwicklung der evolution Serie auch ein Mikrofon speziell für die Bass Drum entworfen – das e 602 – und dafür den bewährten Wandler des MD 421 verwendet. Das lag ja nahe“, fährt Sebastian Schmitz fort. Um es besser an seine Aufgabe anzupassen, wurde der Frequenzgang des e 602 allerdings vorgeformt, was beim MD 421 nicht der Fall war. Damit konnte es einerseits mehr Tiefbässe und andererseits auch kraftvolleren Attack abbilden.

Auch das Klangempfinden kennt eine Mode

„Mit dem e 602 hatten wir also unser erstes dediziertes Bass-Drum-Mikrofon und es war hervorragend für die Bühne geeignet“, erklärt Schmitz. „Doch es gab zwei Faktoren, die uns zu einer Weiterentwicklung bewogen haben: Die Kosten für unsere Kunden und ihre Klangästhetik.“

Und tatsächlich: Als Teil der 600er/800er Serie – bekannt für ihr hervorragendes Preis- Leistungsverhältnis – war das e 602 noch relativ teuer. Denn sein Wandler wurde wie beim MD 421 handgefertigt, während die Kapseln der anderen evolution Mikrofone bereits automatisch in der Wedemark gefertigt wurden. Also entwarfen die Ingenieure einen komplett neuen Wandler, der auf der hochpräzisen Fertigungsstrecke automatisch produziert und damit ohne Qualitätsverluste günstiger angeboten werden konnte.

„Was den Klang betrifft, haben wir den Frequenzgang des neuen e 602-II modernisiert“, erläutert Schmitz. Deutlich wird das in seiner bereits bei 50 Hz einsetzenden Anhebung, was zu noch satteren Tiefbässen führt, und einer erweiterten Anhebung bei 2 - 15 kHz. Aber warum eigentlich? „Im Austausch mit Musikern und Toningenieuren hat sich unser Eindruck bestätigt, dass bei Bass-Drum-Mikrofonen inzwischen mehr Druck und Transparenz gefragt waren.“ Das lag zum einen an den sich immer breiter auffächernden Musikstilen und zum anderen an einem generellen Wandel im Hörempfinden: „Es war deutlich zu spüren, dass sich die Klangästhetik weiterentwickelt hatte, ähnlich wie eine Mode“, erinnert sich Schmitz.

Die folgenden Feldtests zeigten, dass das neue e 602-II den gewünschten, modernen Bass- Drum-Sound mühelos liefern konnte. Selbst ohne Eingreifen des EQ bot es bereits ein Das evolution e 602-II, Sennheisers Mikrofon des Monats, ist ein Spezialist für die Bass Drum ausgewogenes Klangbild, dessen sorgfältig abgestimmte Frequenzstaffelung der gesamten Rhythmusgruppe zu harmonischer Präsenz verhalf.

„Das e 602-II ist damit besonders auf kleinen bis mittelgroßen Bühnen eine ausgezeichnete Wahl für Bass Drums. Es hat einen schönen, tiefen Druck, über das gesamte Frequenzband präzisen Attack und die gewünschte Transparenz in den Höhen“ , resümiert Sebastian Schmitz.

Bewährtes bewahrt

Vieles hat das e 602-II aber auch von seinem Vorgänger e 602 übernommen. Das e 602 hatte ein Zinkdruckgussgehäuse und wog 550 g. Das e 602-II wiegt nur noch 318 g. Durch sein geringeres Gewicht kann es auch an weit ausgezogenen Mikrofonarmen einfach und sicher positioniert werden. Es ist darüber hinaus magnetisch abgeschirmt, um mögliche Störquellen zuverlässig auszublenden.

Tipps für das Sound-Design mit dem e 602-II
Das e 602-II bildet das Wesen der Kick Drum ab – und mehr. Passend zum jeweiligen Drum-Stil können unterschiedliche Mikrofonpositionen gewählt werden, außerdem gibt es ein paar ungewöhnliche Verwendungstipps.

Position 1:
Tief im Kessel, vor dem Schlagfell Die Position tief in der Bass Drum, nur einige Fingerbreit vom Schlagfell entfernt, betont den Anschlag und blendet viele Resonanzen aus. Der Sound ist eher trocken.

Position 2:
Mikrofon auf der Höhe des Resonanzfells Die Position vorne in der Öffnung des Resonanzfells liefert deutlich weniger Attack, dafür viele Resonanzen und einen warmen, voluminösen Bass.

Position 3:
In der Mitte liegt die Kraft Im Live-Einsatz hat sich die unkomplizierte Positionierung am Loch des Resonanzfells bewährt. Wer nach dem perfekten Sound sucht, kann die Positionierung auch mit Kopfhörern und Mikrofon in der Hand ‚live‘ verfolgen.

Das kann das e 602-II auch?

Obwohl es speziell für die Kick Drum entwickelt wurde, ist das e 602-II nicht auf diesen Einsatzzweck begrenzt. Es eignet sich zum Beispiel hervorragend für die Abnahme des Bass Amps.

Einige User nutzen es auch für Sprachaufnahmen. Besonders dann, wenn die Stimme größer, voller und sonorer klingen soll – das soll den einen oder anderen Podcast erst so richtig charakteristisch machen. Daneben ist das e 602-II auch bei einigen Gitarristen beliebt, zum Beispiel beim Gothic Metal, wo man dem Gitarrensound gern eine gewisse Schwere und tiefenlastige Substanz verleiht.
Und sicher gibt es noch weitere, ungewöhnliche Einsatzmöglichkeiten. Deshalb wie immer: Auf der Suche nach dem passenden Mikrofon hilft nichts besser, als probieren, probieren, probieren.

www.sennheiser.com

Hier geht es zu den Tutorials zum e 602-II:
Mikrofonierung des Bass Amps

Mikrofonierung der Kick Drum