Bundesregierung vergibt UHF-Band

Das Bundeskabinett hat die neue Breitbandstrategie der Bundesregierung abgesegnet. Das UHF-Band soll teilweise für den Breitbandaufbau in ländlichen Gemeinden genutzt werden und steht den Drahtlosherstellern ab 2010 nicht mehr zur Verfügung.

Das Bundeskabinett hat am vergangenen Mittwoch die neue Breitbandstrategie der Bundesregierung beschlossen. Die Frequenzen, die durch die Digitalisierung des Rundfunks frei geworden sind (790 bis 862 MHz), sollen künftig teilweise für den Breitbandaufbau in ländlichen Gemeinden genutzt werden. Damit steht das UHF-Band bereits vor dem auf der letzten World Radio Conference vereinbarten Termin für die Wireless-Mikrofontechnik nicht mehr zur Verfügung.

 

 

Der Verband APWPT hatte erst versucht, die Belange der Drahtloshersteller gegenüber dem Bundeswirtschaftsministeriums zu formulieren. Doch leider scheinen die Bemühungen des Verbandes nicht von Erfolg gekrönt. Der Lobby einflussreicher Mobilfunk-Anbieter konnte die Pro-Audio-Branche nichts entgegensetzen. Der APWPT arbeitet jedoch weiterhin daran, einen Konsens mit allen Beteiligten zu erreichen. In der Presserklärung des Bundeswirtschaftsministeriums heißt es:

 

Insgesamt schlägt die Bundesregierung 15 Maßnahmen vor, die in den nächsten Wochen und Monaten mit hohem Einsatz vorangebracht werden. Dabei werden bestehende Infrastrukturen von Bundes- und Landesbehörden, Kommunen und privaten Unternehmen für den Aufbau einer leistungsfähigen Breitbandinfrastruktur für Dritte geöffnet und somit für den Aufbau der Breitbandnetze der Zukunft nutzbar gemacht. Die Frequenzen, die durch die Digitalisierung des Rundfunks frei geworden sind, sollen künftig teilweise (790 bis 862 MHz) für den Breitbandaufbau in ländlichen Gemeinden genutzt werden.

 

Bis spätestens Ende 2010 sollen die heutigen Lücken in der Breitbandversorgung geschlossen und flächendeckend leistungsfähige Breitbandanschlüsse verfügbar sein. Bis 2014 sollen bereits für 75 Prozent aller Haushalte Anschlüsse mit Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Ziel ist, solche hochleistungsfähigen Breitbandanschlüsse möglichst bald flächendeckend verfügbar zu machen.

 

 

Der Vorsitzende der APWPT, Matthias Fehr kommentierte den Beschluss der Bundesregierung so:

"Der APWPT unterstützt ausdrücklich die Breitbandinitiative der deutschen Bundesregierung und fördert nach Kräften das Vorhaben. Sehr kritisch sieht der APWPT die geplante Zuweisung von Internetzugängen im Frequenzbereich 790 bis 862 MHz. Hintergrund: Die professionelle Veranstaltungsproduktion betreibt auf legaler Basis der Vfg91/2005 (gültig bis 31.12.2015) in den TV-Kanälen 61 bis 63 und 67 bis 69 drahtlose Produktionswerkzeuge.

Die Zuweisung von breitbandige Internetzugänge kann nur auf den Zwischenkanälen 64 bis 66 erfolgen. Nur dadurch lassen sich von vornherein nachträglich schwer ausräumbare Problemszenarios vermeiden. Jede andere Entscheidung birgt ein massives Risiko für die professionelle Veranstaltungsproduktion. Andernfalls erwarten wir nachhaltigen wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Schaden."

Weiterführende Informationen: www.apwpt.org