ASC installiert Beschallungsanlage in Hamburgs Hauptkirche St. Katharinen

Zum 1. Advent 2012 wurde die St. Katharinen Kirche nach fünf Jahren wiedereröffnet. Das aufwendige Beamsteering-Beschallungskonzept realisierte Amptown System Company unter der Projektleitung von Andreas Klöhn und Rüdiger Aue ...

Zum 1. Advent 2012 wurde die St. Katharinen Kirche nach fünf Jahren wiedereröffnet. Das aufwendige Beamsteering-Beschallungskonzept realisierte Amptown System Company unter der Projektleitung von Andreas Klöhn und Rüdiger Aue. Elektroakustikplaner Frank Chilinski erläutert die Aufgabenstellung, die seitens des Kirchenvorstands gestellt wurde: „Der Kirchengemeinderat wünschte sich als Ergebnis der aufwendigen Modernisierung eine hochwertige Beschallungsanlage mit volltönender Wiedergabe von Sprache und Musik auch bei größeren Veranstaltungen. Das neue System sollte sich gleichzeitig möglichst unauffällig in die Architektur des vorhandenen Baus integrieren. Erschwerend kam hinzu, dass das Kirchenschiff mit einem starken Nachhall von circa sieben Sekunden versehen ist. Mächtige Säulen schatten dort in großen Bereichen den Nutzschall ab, so dass mit einer größeren Anzahl von klanglich angepassten Aufhollautsprechern gearbeitet werden musste. Die Kanzel und das Lesepult waren zudem auch noch vor der Hauptbeschallung positioniert, so dass die Lautsprecher in der Hauptempfindlichkeitsachse der Mikrofone arbeiteten. Meine Planungen ergaben, dass aufgrund der besonderen Architektur und Baustruktur somit nur eine all diesen Komponenten gerechte, hochmoderne Hauptbeschallung mit leistungsstarken Zeilenlautsprechern zum gewünschten Ergebnis führen konnte. Daher wurden alle Vorgaben und Herausforderungen durch ein Beschallungskonzept gemeistert, das hauptsächlich schlanke Renkus-Heinz ICONYX Schallzeilen mit elektronisch einstellbarer Richtcharakteristik in Kombination mit d&b Subwoofern einsetzt. Hinzu kommt eine ausgeklügelte Mikrofonie mit Produkten von Schoeps und Sennheiser.

In der Realisierungsphase hat ASC die Beschallung mit zwei Renkus-Heinz IC Live Dual FR Zeilen und mit 26 Renkus-Heinz ICX 7 Aufhollautsprechern installiert. In dieser Anlage erweitern zwei zustellbare d&b V-Sub Cardioid-Bässe den Übertragungsbereich um eine Oktave zu tiefsten Frequenzen. Diese Subwoofer werden bei Konzertveranstaltungen zusammen mit dem Gestühl per Aufzug aus dem Kellerlagerraum gefahren und per „1-Click“ angesteckt. Dank der sehr präzise ausgerichteten Abstrahlcharakteristik der Renkus-Heinz IC Live Dual Zeilen und den äußerst linearen Schoeps CCM4 Mikrofonen konnte man einen sehr natürlichen Klang, selbst mit hohen Schallpegeln, erzielen. Obwohl man den Nachhall deutlich hören kann, ist die Sprachverständlichkeit innerhalb der Kirche sehr gut.

Für einen Konzertbetrieb wurden verschiedene Anschlusspunkte für externe Mischpulte vorgesehen. Die Anlage kann darüber ganz oder teilweise „gefahren“ werden, je nach Anforderung der Verantwortlichen für die jeweilige Fremdveranstaltung. Durch die Verwendung rundfunktauglicher Komponenten sind auch bei Übertragungen nach außen keine zusätzlichen Bauteile erforderlich. Die Signale können über ein Steckfeld und über vorhandene Leitungen verteilt werden. Bereits im Vorfeld wurden die elektrischen Leitungen, welche die Anlagenkomponenten verbinden, geplant. Aufgrund hoher Anforderungen an die Störfestigkeit der Mikrofonleitungen sind diese in geerdete Stahlpanzerrohre gelegt worden. Zusätzlich hat man den größtmöglichen Abstand zu störenden anderen Leitungen vorgesehen.

Andreas Klöhn, der sich gemeinsam mit Rüdiger Aue im Hause ASC die Projektleitung geteilt hat, erinnert sich an die Ausschreibungskriterien: „Dr. Schindler, der Baukoordinator der Sellhorn Ingenieurgesellschaft, war auch schon für das Modernisierungskonzept von St. Michaelis verantwortlich. Aufgrund unserer erfolgreichen Installation der Beschallungsanlage im Michel sowie unserem Engagement im Service- und Wartungsbetrieb sind wir als Systempartner in die engere Wahl gekommen. Dank unserer langjährigen und exzellenten Kontakte zu unseren internationalen Herstellern konnten wir die Konditionen im Sinne eines optimalen Preis-/Leistungsverhältnis zugunsten unseres Kunden und des Kirchenprojektes durchsetzen.

Rüdiger Aue unterstreicht: „Das Ergebnis ist eine besonders natürliche Schallreproduktion, wie sie bislang nur in wenigen Kirchen erreicht worden ist. Natürlich sind wir sehr sorgfältig und budgetorientiert mit den finanziellen Mitteln umgegangen. Der Kunde kann flexibel traditionelle Kirchenbeiträge und auch neue Formen in der sprachlichen und musikalischen Präsentation umsetzen: Das in St. Katharinen installierte Beschallungssystem ist beispielhaft für akustisch anspruchsvolle Räume – es fügt sich nicht nur diskret und harmonisch in die Raumarchitektur ein, sondern steht für herausragende Qualität und Leistungsstärke und gilt als äußerst betriebssicher.“

Andreas Klöhn fügt hinzu: „Eine wichtige Anforderung war, dass man innerhalb der Kirche einfach, sicher und stressfrei mit der neuen Technik umgehen kann. Dazu haben wir zwei Lösungswege verfolgt: Im kirchenüblichen Betrieb, dem Gottesdienst, gibt es eine ganz einfache Bedienung über vorgefertigte Programmabläufe im Audioprozessing und eine ausgeklügelte Rückführung der Mikrofone auf die Shure SCM810 E Automatikmischer. Diese nehmen die automatische Mischung selbstständig vor und nicht besprochene Mikrofone werden dabei automatisch stumm geschaltet. In Verbindung mit 2 digitalen Shure DFR-22 Audioprozessoren werden so Rückkopplungen ausgeschaltet sowie Pfeifgeräusche und mögliche Störungen verhindert, so dass im täglichen Ablauf nichts schief gehen kann. Im Veranstaltungsbetrieb wird das Tonpult auf die Quellen geschaltet und direkt über die Lautsprecher. Im Allgemeinen ist hier ein professioneller Tontechniker am Werk, der völlig selbständig an dem Tonpult agieren kann.“

www.amptown-system.com