Amper Slam Band Battles 2017 – Das große Finale

Ein Open Air im August 2017, zwei Abende lang die Vorrunden der Band Battles und ein Finale. Das Amper Slam hat sich in den letzten Jahren für einen jährlich Band-Contest bekannt gemacht. Am 09.12.2017 fand schließlich das Finale der diesjährigen Band Battles statt.

Bereits am Tag vor dem großen Finale der Band Battles, ist es im Jugendzentrum Fürstenfeldbruck nicht ruhig: Das Team und die Helfer bereiten größtenteils schon alles für den nächsten Tag vor. Christoph Burghart stellt das Licht ein, Uli Schwass und Johannes Mittermaier richten gemeinsam die Bar her und füllen die Kühlschränke mit Getränken.
Die Helfer schauen ob im Backstage-Bereich alles passt, schließen die Kaffeemaschine an den Strom und legen die Snacks auf zwei Biertische. Raphael Schütze kommt im Jugendzentrum an – und macht sich gleich daran, die Tontechnik auf der Bühne vorzubereiten. Bühnenverkabelung, Lautsprecher und Monitore testen und Mikrofone aufstellen. Alles muss passen, nichts darf ausfallen!

Auch am Tag des Finales sind alle beschäftigt: Christoph Burghart und Jan Seemüller werkeln am Lichtpult, Uli Schwass und Johannes Mittermaier kontrollieren den Kassenstand und begrüßen die Bands, die zum Soundcheck nach und nach im Jugendzentrum ankommen. Auf der Bühne steht Raphael Schütze von der Tontechnik und stellt gerade die Mikrofone auf.

Diesmal hat er neue Unterstützung: Leander „Bombi“ Häussinger, selbstständiger Tontechniker seit 2015. Er hat Erfahrung mit Bandauftritten in Jugendzentren und weis genau, was er machen muss, damit alles klingt wie gewollt.
Zwischen dem Aufbau der Tontechnik und dem Soundcheck hat er kurz Zeit, sich mit uns über seine Tätigkeit als Tontechniker zu unterhalten.

pma: Herr Häussinger, wie lange sind Sie schon als Tontechniker tätig?
Leander Häussinger:
Meinen ersten Gig habe ich schon im Jahr 2010 in einem örtlichen Jugendzentrum gemischt. Selbstständig gemacht habe ich mich aber erst im Oktober 2015 und arbeite seither fest in der Veranstaltungstechnik.

pma: Was hat Sie dazu bewegt, in dieses Berufsfeld einzusteigen?
Leander Häussinger:
Schon während meiner Schulzeit habe ich leidenschaft- lich gerne Musik gemacht und mit 16 habe ich meine erste Band gegründet. Mir war aber von vorneherein klar, dass sich mit Musik nur schwer oder nur mit viel Glück ausreichend Geld verdienen lässt. Deshalb habe ich mir andere Tätigkeiten gesucht, die zwar auch mit Musik zu tun haben, in denen das Brötchen verdienen jedoch etwas leichter und abgesicherter ist.

pma: Ist das denn der gelernte Beruf oder sind Sie ein Quereinsteiger?
Leander Häussinger:
Ich habe an der SAE in München studiert. Dieser Studiengang war jedoch sehr auf Studioarbeit fokussiert, daher habe ich mich anschließend selbst in die VA-Technik eingearbeitet – „learning by doing“ quasi. Zunächst mit weiteren kleinen Gigs in Jugendzentren. Als festangestellter Stagehand konnte ich dann auch schon bei wirklich großen Produktionen reinschnuppern und viel lernen. Zum Beispiel war ich bei Guns’n’Roses im Olympiastadion oder bei den Toten Hosen in der Olympiahalle in München mit dabei.

pma: Welches Equipment wurde für den Ton beim Amper Slam Band Battle Finale benutzt?
Leander Häussinger:
Wir haben mit einem X32 Rack von Behringer gearbeitet, auf dem mehrere Tablets eingeloggt waren. So konnten wir den Sound vor und auf der Bühne gut hören und wie wir es brauchten mischen. Es sollte schließlich alles gut zu hören sein, was auf der Bühne von den Bands kommt.

pma: Wie sind Sie in das Team vom JuZ Nord für das Finale der Band Battles gekommen? War das Zufall oder bestand schon Kontakt?
Leander Häussinger:
Ich kenne den Christoph Burghart seit einigen Jahren aus der Münchner Bandszene. Wir haben bereits bei diversen Events schon zusammengearbeitet. Nachdem jetzt beim Amper Slam ein Tontechniker ausgefallen ist, hat er mich gefragt ob ich einspringen möchte.

pma: Mit welchem Tool arbeiten Sie besonders gern?
Leander Häussinger:
Ich persönlich bin totaler Allen&Heath-Fan was Pulte angeht. Ich selbst besitze eine QU32 und bin eigentlich auch von der GLD-Serie wirklich angetan. Leider fällt die aus dem Rahmen meines Budgets. Und ich bin auch Anhänger von "echten Pulten" mit Fadern, da ich meinen Mix gerne "in der Hand haben" beziehungsweise "unter den Fingern spüren" möchte. Tablets sind zwar gute Tools, wenn es mal darum geht auf der Bühne an der Fehlerbehebung, Monitoring oder ähnliches zu machen, bei dem man mobil sein muss. Für den Mix habe ich allerdings immer gerne ein Pult am FoH stehen, an dem ich arbeiten kann. Was PA-Systeme angeht, geht nichts über ein schönes L-Acoustics System, aber wer von uns kleinen Tontechnikern kann sich das schon leisten (lacht). Im kleineren Rahmen sind aber die aktiven Systeme von RCF auch super.

Das große Finale

Der Soundcheck verlief reibungslos, die Bands sind mit dem Sound und dem Licht zufrieden. Auch Uli vom JuZ-Team gönnt sich eine kurze Pause. Am Vorabend hatte er noch bis spätabends ein Problem zu lösen: Die eigentliche Opener-Band hatte kurzfristig wegen Krankheit abgesagt. Was nun? Eine neue Band musste her und zwar schnell!
Da man sich im Landkreis Fürstenfeldbruck meist sehr gut kennt und auch dementsprechende Kontakte hat, wenn man ein solches Event veranstaltet, war dies kein Problem. Bereits am Vormittag des 09.12. steht schon ein Mitglied der eingesprungenen Band auf der Matte und geht die Setlist mit der Tontechnik durch. Unplugged sollte es werden, hauptsächlich weil es nur zwei Personen auf der Bühne geben wird. Die anderen Bandmitglieder hatten so kurzfristig leider keine Zeit, aber das hindert die zwei Jungs nicht im Geringsten daran, dennoch im Duo aufzutreten.

Sogar ein professionelles Kamerateam hat sich im Jugendzentrum eingefunden und baut das Equipment auf. Jede Band wählt einen Song aus ihrer Setlist aus, der aufgenommen und aufbereitet wird. Das ist so Brauch bei den Band Battles und bringt auch viel Freude bei den Bands auf. Wer freut sich denn nicht über ein gutes Musikvideo von einem Auftritt?

Uli Schwass öffnet die Pforten des JuZ Nord und draußen stehen schon ein paar Gäste, die sich auf einen entspannten Abend mit guter Musik freuen.
Als Besonderheit hat Christoph den Movinghead Spot P7 mit Metallgobo von JB-Lighting auf dem Dach der Fahrradständer aufgestellt. Das Amper Slam-Logo prankt nun auf der rechten Wand neben dem Eingang zum Jugendzentrum und rotiert abwechselnd gegen und im Uhrzeigersinn. Ein wahrer Blickfang – so kann jeder der vorbeikommt sehen, was heute im JuZ geboten wird.

Regionales auf die Ohren!

Die Stimmung der Gäste ist ausgelassen und man wartet gespannt auf die Bandauftritte. Die Unplugged-Version der eingesprungenen Opener-Band bildet einen gelungenen Start für das Finale: Das Publikum feiert die etwas sinnfreien Texte und schwingt zu den Klängen von Gitarre und Akkordeon im Takt mit.

Im Anschluss betreten die Mitglieder von Springstories die Bühne. Die Band hat bereits in den Vorrunden bewiesen, dass sie für gute Stimmung sorgen kann und dies wird auch heute nahtlos aufgenommen – gute Stimmung zu guter Musik. Bei der Cover-Version von „Gives You Hell“ der Gruppe All-American Rejects geht sowohl die Band als auch das Publikum vor der Bühne noch einmal richtig ab, die Sängerin animiert die Leute zum mitsingen.
Auch My Little Mayhem haut auf der Bühne noch einmal richtig auf den Putz und begeistert die Gäste mit ihrem Sound, begleitet von zwei Saxophonisten. Gute Laune ist hier Programm und auch das Team des JuZ Nord feiert mit. Nachdem die Band ihren letzten Song gespielt hat, wird hinter dem weißen Vorhang fleißig von Christoph, Leander und Raphael umgebaut. Als nächste Band stehen Queener auf dem Plan, die Mitglieder bereiten sich hinter der Bühne auf ihren Auftritt vor, während vom Team alles vorbereitet wird.

Queener setzt zu ihrem Auftritt in den Vorrunden noch einen drauf und die Musiker zeigen, was sie können. Man sieht, dass sie Spaß an der Musik haben und diese Stimmung schlägt von der Bühne aus auch auf die Gäste und die Amper Slam-Crew über. Die Münchner Gruppe legt mit fetzigem Alternative Rock einen unfassbaren Gig hin, alle sind begeistert – auch die Band selbst. Sie sind gern hier, sind gern Teil der Amper Slam Band Battles und freuen sich über den Support des Publikums.

Als letzte Band des Band Battles 2017 tritt Fudge auf, die mit ihrer Bühnenshow unterstreichen, dass sie eine Synth-Metal-Band sind: Ein Grabstein mit dem Fudge-Logo steht auf der Bühne, Chris Techritz und seine Bandkollegen haben sich in ihre extravaganten Bühnen-Outfits geworfen – einer der Jungs hat eine leuchtende Krawatte um, der andere eine Leucht-Brille. Mit ihrer Maskerade, der Performance und dem gesamten Auftritt ernten sie viel Zuspruch der Menge vor der Bühne. Bereits in den Vorrunden haben sie gezeigt, dass sie für die Musik leben und alles geben.

Spannung bis zum Schluss

Headliner des Abends ist die Band Lost Rose, welche auch schon bei den Band Battles mitgemacht hat und den Preis im Jahr 2016 gewonnen hat. Und auch auf dem Open Air im August 2017 war die Gruppe mit von der Partie. Sie freuen sich sichtlich, wieder beim Amper Slam zu Gast zu sein und präsentieren eine geniale Performance. Die letzten Töne von Lost Rose verklingen und hinter der Bühne steht auch schon Christoph, um den Gewinner der diesjährigen Amper Slam Band Battles zu kühren. Mit dabei hat er eine eingerahmte Schallplatte, welche der Gewinner-Band als Trophäe überreicht werden soll. Es wird ruhig im Jugendzentrum, der Scheinwerfer ist auf Christoph gerichtet. Er hält die Liste mit den Platzierungen der Bands in der Hand – die Spannung steigt.

Nacheinander werden jeweils zwei Bands auf die Bühne gerufen, um den Platz der jeweiligen Gruppe zu verkünden. Trotz der Aufregung ist die Stimmung immer noch freudig und man erkennt, dass jedes einzelne Bandmitglied Spaß hatte: Es werden Hände gehalten und Arme über Schultern gelegt. Jeder drückt jedem die Daumen!

Um die Spannung noch aufrecht zu erhalten, klappert Christoph nicht einfach die Liste vom vierten Platz zum ersten Platz ab. Er grinst frech in das Publikum, als er sagt: „Ich fange jetzt nicht von Platz Vier aus an und gehe gleich zu Platz Drei. Denn das wäre ja langweilig, wir wollen doch die Stimmung noch ein bisschen mehr aufheizen.“

Als er die letzten beiden Bands auf die Bühne holt, Queener und Springstories, ist die Spannung den Bandmitgliedern dann doch etwas anzusehen. Man will die Bands nicht weiter auf die Folter spannen: Erstplatzierte Band und somit die Gewinner der Amper Slam Band Battles 2017 ist die Band Springstories!

Gegönnter Erster Platz

Die Mitglieder sind überrascht, freuen sich aber dennoch sehr über den ersten Platz. Von Neid ist bei den anderen Bands kein Bisschen zu spüren, es werden Hände geschüttelt, Schultern geklopft und sich umarmt. Man gönnt sich gegenseitig das Glück, bei einem Contest zu gewinnen – wichtig ist der Spaß an der Sache und das man gibt, was man kann.
Christoph überreicht den drei übrig gebliebenen Mitgliedern von Springstories die eingerahmte Platte und gratuliert mit Handschlag. Dann bedankt er sich bei allen Helfern des Amper Slam und entlässt das Publikum und die Bands in die Aftershow-Party. Um halb zwei Uhr nachts verabschiedet sich der letzte Gast. Uli und Johannes sind müde, aber glücklich. Die Stimmung war super, die Bands waren toll und auch die vielen Helfer werden gelobt. Das große Ganze ist wieder einmal gelungen, sogar in doppelter Ausführung: Das Amper Slam Open Air als Jubiläum im August 2017 und gleich darauf folgend die jährlich stattfindenden Band Battles. Alle sind vollauf zufrieden und freuen sich auf den wohlverdienten Feierabend.

Doch vorbei ist es noch lange nicht! Bereits in Kürze wird über das Jahr 2018 gesprochen, die Band Battles werden geplant und vorbereitet – hier steht nichts still, denn „nach der Show ist vor der Show“. Vorerst verabschiedet sich das Amper Slam jedoch in eine verdiente Pause und das Team freut sich auf die bevorstehenden Planungen.

Uli schließt die Tür zum Jugendzentrum, Christoph schaltet den Movinghead aus, der das Amper Slam-Logo an die Hauswand geworfen hat und die Helfer machen sich auf den Heimweg.
Man freut sich auf ein Wiedersehen, aber jetzt heißt es erstmal Pause und Ruhe – bald geht es weiter, bald sieht man sich wieder!

Dieser Beitrag ist übrigens auch in unserer pma-Ausgabe 01/18 nachzulesen!